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	<title>Bitxidenda.</title>
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	<description>All Hail Kulturmafia</description>
	<pubDate>Mon, 06 Sep 2010 19:34:54 +0000</pubDate>
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		<title>Di. 07.09. Steve Best (Animal Liberation Press Office) in Zürich!</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Sep 2010 19:34:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bitxidenda</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[ &#8220;one of the leading scholarly voices on animal rights.&#8221;
&#160;
	  	Infoveranstaltung mit Steve Best in Zürich:
Di, 7. September 2010, 19:30 Uhr
Volkshaus Zürich
Dr.  Steven Best ist Professor für  Philosophie an der Universität von Texas,  Autor und Herausgeber von  mehreren Büchern (z.B. Terrorists or Freedom  Fighters? Reflections on  the Liberation [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h1> &#8220;one of the leading scholarly voices on animal rights.&#8221;</h1>
<p style="clear: both; font-size: 16px; font-weight: bold; font-family: arial; color: #000000">&nbsp;</p>
<h2>	  	Infoveranstaltung mit Steve Best in Zürich:</h2>
<h3 style="text-align: justify"><strong>Di, 7. September 2010, 19:30 Uhr<br />
Volkshaus Zürich</strong></h3>
<p style="text-align: justify"><u><font color="#999999"><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Steven_Best" target="_blank">Dr.  Steven Best</a></font></u> ist Professor für  Philosophie an der Universität von Texas,  Autor und Herausgeber von  mehreren Büchern (z.B. <em>Terrorists or Freedom  Fighters? Reflections on  the Liberation of Animals</em>) und ein Aktivist  der für die totale  Befreiung von Mensch, Tier und Natur kämpft. Er ist  Mitbegründer des  <u><font color="#999999"><a href="http://www.animalliberationpressoffice.org/" target="_blank">Animal Liberation Press Office</a></font></u> in Nordamerika und gilt  als einer der  kontroversesten  Tierrechtler der Gegenwart. Best  vertritt einen  anti-kapitalistischen politisch motivierten “Liberationismus” und  ist ein radikaler Kritiker von Gary Francione’s  pazifistischen und  reformistischen Abolitionismus.</p>
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		<title>&#8220;Der Name des Tieres&#8221; - aus ökonomischer Sicht.</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Aug 2010 07:38:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bitxidenda</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[animals]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Sog des Hypes, um des heute in deutscher Sprache erscheinenden neuen Buches von Jonathan Safran Foer namens &#8220;Tiere essen&#8220;, hat auch das deutsche Wirtschaftsmagazin &#8220;brand eins&#8221; in ihrer neuen Ausgabe das Tier im Fokus. Folgend kurze Ausschnitte aus dem Text, Link zum ganzen Artikel folgt am Schluss: 
Der Name des Tieres 

Sie stritten sich beim Wein herum,
Was das nun wieder wäre;
Das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p id="gewertet">Im Sog des Hypes, um des heute in deutscher Sprache erscheinenden neuen Buches von <a target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jonathan_Safran_Foer"><font color="#999999">Jonathan Safran Foer</font></a> namens &#8220;<a target="_blank" href="http://www.eatinganimals.com/"><font color="#999999">Tiere essen</font></a>&#8220;, hat auch das deutsche Wirtschaftsmagazin &#8220;brand eins&#8221; in ihrer neuen Ausgabe das Tier im Fokus. Folgend kurze Ausschnitte aus dem Text, Link zum ganzen Artikel folgt am Schluss: </p>
<h3>Der Name des Tieres <span></span></h3>
<blockquote>
<p class="bodytext"><em>Sie stritten sich beim Wein herum,<br />
Was das nun wieder wäre;<br />
Das mit dem Darwin wär&#8217; gar zu dumm<br />
Und wider die menschliche Ehre.<br />
Sie tranken manchen Humpen aus,<br />
Sie stolperten aus den Türen,<br />
Sie grunzten vernehmlich und kamen zu Haus&#8217;<br />
Gekrochen auf allen vieren.<br />
(Wilhelm Busch)</em></p></blockquote>
<p class="bodytext"><em>&#8212;</em></p>
<p><span lang="DE">Ein Schwein hat eine natürliche Lebenserwartung von 12 bis 15 Jahren. Doch das schafft keine Sau. Etwas weniger als vier Monate Trächtigkeit bedeuten zügigen Billigfleischnachschub. Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Tieres liegt heute bei sechs, höchstens neun Monaten. </span></p>
<p style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE"></span></p>
<p style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE">&#8212;</span></p>
<p style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE"></span></p>
<p style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal">Und mit Haustieren erst: In westeuropäischen Wohnungen leben 47 Millionen Katzen, 41 Millionen Hunde, 35 Millionen Vögel, 102 Millionen Zierfische und 36 Millionen andere geliebte Viecher - von Vogelspinnen über Leguane bis zu Hamstern. Schon 1999, so haben die &#8220;Life Counts&#8221;-Autoren ausgerechnet, kostete eine Dose Frühstücksfleisch so viel wie die gleiche Menge Hundefutter. Noch größeres Geld wird mit den kleinsten Tierchen gemacht: In der Pharmaindustrie sind sie vom Einzeller aufwärts längst unentbehrlich, die Grundlage vieler Medikamente und als Versuchstiere Gegenstand endloser ethischer Debatten.</p>
<p class="bodytext">[Ganzer Artikel gibt es <a target="_blank" href="http://www.brandeins.de/aktuelle-ausgabe/artikel/der-name-des-tieres.html"><font color="#999999">HIER</font></a> nachzulesen] - werte brand-eins Redaktion, wir hoffen, den hier abgedruckten Text nun genug gekürzt zu haben, ansonsten bitte einfach wieder melden..</p>
<p class="bodytext">[Übersicht über weitere Artikel gibts bei <a target="_blank" href="http://www.vegan.ch/blog/2010/08/18/aktuelle-artikel-zu-vegetarismus-und-foer/"><font color="#999999">Vegan.ch</font></a>]</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
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		<title>Eine kleine Jello Biafra Biographie</title>
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		<comments>http://www.bitxidenda.ch/?p=731#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 18 Aug 2010 09:45:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bitxidenda</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[culture]]></category>

		<category><![CDATA[heroes]]></category>

		<category><![CDATA[infos]]></category>

		<category><![CDATA[music]]></category>

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		<description><![CDATA[ERIC BOUCHER wurde am 17. Juni 1958 in Boulder, Colorado, USA geboren. Er wuchs sechs Häuser von dem Haus entfernt auf, in dem die Kinder Schönheitskönigin mit dem berühmten Augenaufschlag, Jon Benet Ramsey, ermordet aufgefunden und deren Fall bis heute noch nicht aufgeklärt wurde. Bisher wurde Biafra allerdings noch nicht verdächtigt. 
Seine Eltern waren Stanley [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">ERIC BOUCHER wurde am 17. Juni 1958 in Boulder, Colorado, USA geboren. Er wuchs sechs Häuser von dem Haus entfernt auf, in dem die Kinder Schönheitskönigin mit dem berühmten Augenaufschlag, Jon Benet Ramsey, ermordet aufgefunden und deren Fall bis heute noch nicht aufgeklärt wurde. Bisher wurde Biafra allerdings noch nicht verdächtigt. </span></p>
<p style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Seine Eltern waren Stanley Boucher, ein Sozialpädagoge und Poet und Virginia Boucher, eine Bibliothekarin.</span></p>
<p style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">  </span></p>
<p style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Als Kind entwickelte er bereits ein grosses Interesse an internationaler Politik, angespornt von seinen Eltern. Eric war ein begieriger Nachrichten Zuschauer und so kam es, dass er im November 1963 im Wohnzimmer zusehen konnte, wie Lee Harvey Oswald bei einer Fernsehübertragung live erschossen wurde. </span></p>
<p style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH"><o:p> </o:p></span></p>
<p style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Im Herbst 1965 hörte er zudem zum ersten Mal Rock’n’Roll im Radio, als seine Eltern versehentlich eine Rock Radio Station wählten. Er wurde sofort süchtig und wusste, was er werden wollte, wenn er einmal Erwachsen sein würde. </span></p>
<p><span lang="DE-CH"><o:p> </o:p></span><span lang="DE-CH"><o:p></o:p></span><span lang="DE-CH">1966</span><span lang="DE-CH"> begegnete er seinem ersten Rock Star. Bob Demmon, der Frontmann der Surf-Garage Legende THE ASTRONAUTS, führte der zweiten Schulklasse seinen Alaska Malamut Hund vor. (Bobs Mutter arbeitete im Schulsekretariat). </span><span lang="DE-CH"><o:p></o:p></span><span lang="DE-CH">Von 1966 bis 1968</span><span lang="DE-CH"> vergötterte Biafra Batman Bösewichte, während seine Schulkameraden Baseball Spieler, Krankenschwestern und Polizisten werden wollten. </span><span lang="DE-CH"><o:p></o:p></span><span lang="DE-CH">1969 bis 1972<br />
</span><span lang="DE-CH">Vietnam Krieg</span><span lang="DE-CH">,<br />
</span><span lang="DE-CH">Chicago 7</span><span lang="DE-CH"> Gerichtsverhandlung (die Chicago 7 waren sieben, zunächst acht, Angeklagte, die aufgrund von Verschwörung, Aufhetzung, Demonstrationen und anderen Anklagepunkten in Verbindung mit den gewalttätigen Protesten in Chicago anlässlich der Democratic National Convention 1968 vor Gericht gestellt wurden).<br />
</span><span lang="DE-CH">Kent State Massaker</span><span lang="DE-CH"> (beim Kent-State-Massaker wurden am 4. Mai 1970 an der Kent State University in den USA vier Studenten erschossen und neun teils schwer verletzt, als die Nationalgarde während einer Demonstration gegen den Vietnamkrieg das Feuer auf die Menge unbewaffneter Demonstranten eröffnete)<br />
</span><span lang="DE-CH">und das Smog Problem von Denver überzeugten Biafra, dass korrupte, gewalttätige Regierungen und Gesellschaften bekämpft und misstraut werden müssen. </span><span lang="DE-CH"><o:p> </o:p></span><span lang="DE-CH">1970</span><span lang="DE-CH"> – Der Zusammenbruch der Republik Biafra. Die Republik Biafra war ein Staat, der 1967 unter Federführung der Volksgruppe der Ibo (Igbo) die Unabhängigkeit von Nigeria erklärte. Der Staat umfasste den südöstlichen Teil Nigerias einschließlich großer Erdölvorräte im Nigerdelta und wurde von vier afrikanischen Staaten sowie von Haiti anerkannt. Im Zuge des Biafra-Krieges von 1967–1970 wurde Biafra wieder in Nigeria eingegliedert. Die damals mit amerikanischer und englischer Unterstützung verhängte Hungerblockade erzeugte das Bild des Biafrakindes als Symbol für Unterernährung. Bis zur Äthiopischen Hungersnot 15 Jahre später, prägten die entsetzlichen, aufrüttelnden Bilder von skelettierten Biafraner Kinder, die an Hunger starben, das universelle Bild von Hungersnot und Völkermord. </span><span lang="DE-CH"><o:p> </o:p></span></p>
<p style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Im Januar 1977 sieht Eric, wie die RAMONES im Ebbet Field Night Club in Denver das Publikum, bestehend aus Prä-Yuppies, von denen er sowieso angewidert war, verschreckten. Er erkannte, dass es im Leben mehr geben müsste, als Judas Priest zu hören und Selbstmord zu begehen. Er wurde Roadie für THE RAVERS, der ersten Punk Band Colorados. Sie zogen später nach New York und wurden THE NAILS.</span></p>
<p style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Im Herbst 1977 schrieb er sich in die University of California in Santa Cruz ein, wo er während vier Monaten Schauspielkunst und die Geschichte von Paraguay studierte. Im Sommer weilte er noch in London, wo er Konzerte von THE SAINTS und WIRE besuchte, welche ihn nachhaltig beeindruckten. Doch schon bald entdeckte er, dass die frühe San Francisco Punk Szene (AVENGERS, DILS, ZEROS etc.).  viel rauer und ursprünglicher war, als alles, was er bisher gesehen hatte. Biafra fühlte sich nicht nur durch die Energie angezogen, sondern auch durch die Politik und den „kulturellen Terrorismus“, welche Bands wie NEGATIVE TRENDS (wurden später zu den famosen FLIPPER) versprühten. Das Epizentrum war das MABUHAY GARDENS, ein ehemaliges Filipino Restaurant in North Beach, welches von DIRK DIRKSEN (1937-2006) einem ausgewanderten Deutschen geführt wurde und während beinahe zehn Jahren zur Heimat von unzähligen Punk Bands wurde. Eric verliess die Schule nach einem Quartal.</span></p>
<p><span lang="DE-CH"><o:p> </o:p></span></p>
<p style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Am 28. Februar 1978 kehrte Eric nach San Francisco zurück, nachdem er etwas Geld beim Wäschewaschen im Pflegeheim von Boulder, Colorado, verdient hatte. Einer der ersten Personen, die er in San Francisco traf, war WILL SHATTER von NEGATIVE TREND, der ihm bedeutete: „Du solltest in einer Band spielen. Ich spiele seit drei Tagen Bass und bin in einer Band!“</span></p>
<p style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH"><o:p> </o:p></span></p>
<p style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Im Juni 1978 antwortete er auf ein Inserat des Gitarristen EAST BAY RAY (Raymond John Pepperell, 17.11.1958) und sie gründeten THE OCCUPANTS, mit KLAUS FLOURIDE (Geoffrey Lyall, 30.5.1949, Ende der 1960er Jahre bei den MAGIC TERRY &amp; THE UNIVERSE) am Bass und TED (Bruce Schlesinger heute ein angesehener Architekt in San Francisco) am Schlagzeug. Eric schrieb die meist politischen Texte der Band, die trotz ihres ernsten Hintergrunds von einem hämischen, manchmal absurden Humor geprägt sind. </span></p>
<p><span lang="DE-CH"><o:p> </o:p></span></p>
<p style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH"><img src="http://wofflings.wofflehouse.com/wp-content/uploads/2008/06/dead-kennedys.jpg" align="left" border="0" width="160" height="190" />Nach einer Woche Proben folgte im Juli 1978 das Live Debut im Mabuhay Gardens. Eric änderte seinen Namen in JELLO BIAFRA, nachdem er zufällig zwei Wörter in seinem Notizbuch, in dem er sämtliche Texte für die Band schrieb, antippte. Jahre später sagte er, er hätte diesen Namen gewählt, weil er es liebte, was zwei gegensätzliche Bezeichnungen oder Namen, die  aufeinanderprallten, im Gehirn der Leute auslösen würde. Jell-O ist eine Marke der Firma Kraft Foods für bestimmte Nachspeisen, die mit Gelatine hergestellt werden, darunter Fruchtgels/Götterspeisen, Puddings und backfreie Sahnetorte. Die Bekanntheit der Marke hat dazu geführt, dass sie in den USA und Kanada als Gattungsname für gelatinöse Nachspeisen gebraucht wird. Biafra, wie schon zuvor erwähnt, als Synonym für Hunger. Kurz nach dem Live-Debut änderten The Occupants ihren Namen in DEAD KENNEDYS (nie mit The geschrieben!). Der Bandname zog einige Aufmerksamkeit auf sich und natürlich auch Schwierigkeiten. Jello Biafra meinte aber einmal später: „Mir ist zu Ohren gekommen, dass verschiedene Familienmitglieder der dritten und vierten Generation die Band mochten und dass sie sehr wohl die Meinung des Bandnamens verstanden. Mir wurde auch erzählt, dass derjenige Kennedy, der an einer Drogen-Überdosis gestorben ist, auf uns stand und uns sogar im Whisky in L.A. live gesehen hat. Was ich von ihm hörte, war, dass er ein äusserst talentierter Poet und ehrgeiziger Rock Schamane war. Aber sie versuchten, was sie nur konnten, um ihn von der Drogensucht wegzukriegen, doch es gelang ihnen nicht. Natürlich wollte seine Familie nichts von einem Bohemien in ihrer Mitte hören, also wurde er ziemlich entfremdet.“ </span></p>
<p style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH"><o:p> </o:p></span></p>
<p style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Es dauerte nicht lange bis sich eine beachtliche Anhängerschaft um die Band bildete. Live waren die Dead Kennedys eine Kombination von Chaos und Theatralik mit Biafras politischen Monologen zwischen beinahe jedem Song. Musikalisch konnte die Band beschrieben werden als eine Kreuzung der SEX PISTOLS mit den VENTURES. </span></p>
<p><span lang="DE-CH"><o:p> </o:p></span><span lang="DE-CH">Im Juni 1979 veröffentlichten die Dead Kennedys ihre erste Single „California Ueber Alles“ auf dem von Jello Biafra und Klaus Flouride (er zog sich später zurück) gegründeten Label ALTERNATIVE TENTACLES. Das Label wurde erschaffen, um der Band Plattenveröffentlichungen zu ermöglichen, ohne mit dem Druck der Major Labels umgehen zu müssen, ihre Musik zu ändern (sowieso waren die Major Labels nicht gewillt, die Band wegen ihres Namens oder ihrer kontroversen Songs unter Vertrag zu nehmen). California Über Alles kam mit „The man with the dogs“ auf der B-Seite heraus. Die alte Single-Version ist auf dem Best-Of- und Raritäten-Album „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Give_Me_Convenience_or_Give_Me_Death" title="Give Me Convenience or Give Me Death">Give Me Convenience or Give Me Death</a>“ enthalten. Für ihr späteres Album „Fresh Fruit For Rotting Vegetables“ spielten sie eine neue Version ein. Der Song wurde von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jello_Biafra" title="Jello Biafra">Jello Biafra</a> komponiert; der Text stammt von JOHN GREENWAY (früherer Britischer Politiker und konservatives Parlamentsmitglied)  und wurde dann von Biafra ergänzt und überarbeitet. Biafra komponierte die Musik, bei einem seiner wenigen Versuche, Musik beim Jammen auf der Gitarre zu komponieren. Die Ursprungsversion wurde von THE HEALERS gespielt, einer Band, mit der Biafra in seiner Geburtsstadt <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Boulder_(Colorado)" title="Boulder (Colorado)">Boulder (Colorado)</a> auftrat. Im Song geht es um den möglichen Faschismus in Amerika. Das über alles im Titel bezieht sich auf die ehemalige deutsche Nationalhymne <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deutschlandlied#Deutschland_.C3.BCber_alles.3F" title="Deutschlandlied">Deutschland über alles</a> und ist ironisch zu verstehen. Es wird auch direkt Bezug auf den damaligen Gouverneur von Kalifornien <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jerry_Brown" title="Jerry Brown">Jerry Brown</a> und seinem Markenzeichen, „Zen Faschismus“, genommen; der Songtext stellt  die Gegebenheiten aus seiner Sicht dar. Leider war dies nur der erste von vielen Songs der Dead Kennedys die völlig falsch interpretiert wurden und so wurde „California Ueber Alles“ zu einem populären Slogan der jungen örtlichen Neonazis. Die spätere Single „Kill The Poor“ wurde ebenfalls wörtlich genommen und zog einige wirklich üble Verrückte an die Dead Kennedys Shows, speziell im Ausland, wo der Sarkasmus des Songs nicht richtig übersetzt wurde. Die Dead Kennedys verkauften von der Single 6000 Exemplare.</span><span lang="DE-CH">Aufgrund des Erfolges von „California Ueber Alles“ wurden die Dead Kennedys eingeladen, an den BAMMIES, den Grammies von San Francisco, welche Biafra als „San Franciscos Schulterklopfendes Zirkus Bankett“ bezeichnete, aufzuspielen. Während den Proben am Set, spielten sich die Dead Kennedys normal durch ihren aktuellen Hit, aber als sie dann auf die Bühne traten, überzogen sie das Publikum (alles grosse Nummern der Musik Industrie und Mainstream Rock Acts wie JOURNEY) mit einer beleidigenden Attacke auf die Musik Industrie in einem Song mit dem Titel „Pull My Strings“, extra geschrieben für diese Gelegenheit. Der Streich war gut und sie wurden nie mehr eingeladen. </span><span lang="DE-CH">Es folgte eine Ostküsten Tour. Etwas, was für eine Undergrond Band von der Westküste damals beinahe unmöglich war.  Im Gegensatz zu dem schieren urtümlichen Pogo Wahnsinn der Westküste, war die Szene im Osten eher komatös, was hauptsächlich am Mangel an All Ages Lokalen lag. Die Zuhörer erwarteten gemütlich zu sitzen und zu applaudieren und fanden sich in einer Dusche des eigenen Biers wieder und ihre Tische und Stühle wurden einfach weggekickt. MAX’S KANSAS CITY in New York sah nach der Dead Kennedys Show aus, als wäre ein Tornado durchgefegt. Im RAT in Boston, MA reihten sich die Leute so weit weg wie möglich von der Band auf, ganz in der Nähe der hinteren Wand des Saals, aber sie verliessen das Konzert nicht. Das ist noch immer eines der liebsten Konzerterlebnisse von Jello Biafra. </span><span lang="DE-CH"><o:p><img src="http://www.jellogallery.org/oldlogo_1_.gif" align="left" border="0" width="162" height="83" /> </o:p></span><span lang="DE-CH">Im Herbst 1979 kandidierte Jello Biafra als Witz für das Bürgermeisteramt von San Francisco. Seinen Wahlspruch „There’s always room for Jello“ lieh er sich vom Jell-O Werbesloagan. Ins Rennen gegangen ohne ein Wahlprogramm zusammenzustellen, schrieb er dies später  auf eine Serviette, als er einem PERE UBU Konzert beiwohnte. Auf Wahlkampfveranstaltungen trug Jello T-Shirts von der vorigen Kampagne seines Kontrahenten QUENTIN KOPP und einmal saugte er Blätter im Vorgarten einer anderen Konkurrentin, Senatorin DIANNE FEINSTEIN, auf, um sich über ihren Publicity Stunt, für ein paar Stunden die Strassen von San Francisco zu fegen,  lustig zu machen. Seine Anhänger verübten gemeinsam schräge Aktionen; bei Kundgebungen für Jello Biafra stand auf Plakaten zu lesen „If he doesn’t win I’ll kill myself“ oder „What if he does win?“. </span><span lang="DE-CH">Sein Wahlprogramm enthielt unkonventionelle Forderungen. So sollten alle Geschäftsleute gezwungen werden, Clownskostüme zu tragen, und im gesamten Stadtgebiet sollte das Autofahren verboten werden (was von vielen Wählern aber nicht für ungewöhnlich gehalten wurde, da die Stadt zu diesem Zeitpunkt unter beträchtlicher Luftverschmutzung litt). Biafra, der es vorgezogen hätte, für ernstgemeinte Vorschläge in Erinnerung zu bleiben – wie die Legalisierung der Besetzung von leerstehender, steuerüberfälliger Gebäude sowie die Möglichkeit, die Polizisten zu wählen, die in der Nachbarschaft patrouillieren - , hat seine Verärgerung darüber ausgedrückt, dass gerade diese Forderungen seines Wahlprogramms zu solcher Berühmtheit gelangten. Während eines Fernsehinterviews hatte er für diejenigen, welche abschätzig über seine Kandidatur dachten, folgendes zu sagen: „For those of them who have seen my candidacy as a publicity stunt or a joke, they should keep in mind that it is no more of a joke, and no less of a joke than anyone else they care to name.“ Er beendete den Wahlkampf als vierter in einem Feld von zehn Kandidaten und erhielt 3.5% der Stimmen (6&#8242;591 Stimmen). Die Wahl wurde in einer Stichwahl entschieden, die ohne Biafra stattfand und Feinstein wurde schliesslich Bürgermeisterin. Als Reaktion auf Biafras Wahlkampf (und denjenigen von SISTER BOOM-BOOM, einer Drag Queen, welche ebenfalls kandidierte und den dritten Platz, also einen Platz vor Biafra, erreichte) verabschiedete die Stadt San Francisco ein Gesetz, das es verbot, unter einem anderen als seinem bürgerlichen Namen zu kandidieren. (Die ganze Geschichte erzählt Biafra auf seinem Spoken Word Album „I Blow Minds For A Living).</span><span lang="DE-CH">Ebenfalls im Herbst 1979 spielten die Dead Kennedys als Support von THE CLASH im Filmore in San Francisco. Biafra trat nackt vor 3000 Clash Fans auf und brachte den Veranstalter BILL GRAHAM zur Weissglut und so spielten sie nie mehr für den einflussreichen Impresario. </span><span lang="DE-CH"><img src="http://en.academic.ru/pictures/enwiki/67/Californiauberalles_single.jpg" align="left" border="0" width="250" height="253" />„California Ueber Alles“</span><span lang="DE-CH"> wurde bald darauf in England veröffentlicht, auf dem 1977 von BOB LAST in Edinburgh gegründeten Indie Label, FAST PRODUCT. Bob veröffentlichte dort die Bands der Stunde wie GANG OF FOUR, MEKONS, HUMAN LEAGUE. Durch pures Glück wurde eine Band, die im eigenen Hinterhof kaum bekannt war, über Nacht zu einer Sensation im vereinigten Königreich. </span></p>
<p><span lang="DE-CH">Im Mai 1980 wurde die Single „Holiday In Cambodia“ (mit der B-Seite „Police Truck“) auf Alternative Tentacles veröffentlicht. Das Stück wurde später für das Debüt Album „Fresh Fruits For Rotting Vegetables „ neu eingespielt und durch ein Gitarren Krachgeräusch zu Beginn und einem Gitarrensolo um 55 Sekunden verlängert. Das Cover ziert ein Foto vom „6. Oktober 1976 Massaker“ in Thailand und zeigt einen Anhänger der rechtsgerichteten Menge, welcher mit einem Metallstuhl auf die hängende Leiche eines Demonstranten der Studentenbewegung eindrischt. Der Song attackiert sowohl den östlichen Totalitarismus, sowie die Westliche  Selbstgefälligkeit. Das Stück bietet einen satirischen Blick auf junge selbstgerechte Amerikaner (So you been to school/For a year or two/And you know you’ve seen it all/In daddy’s car/Thinkin’ you’ll go far&#8230;) und kontrastiert diesen Lebensstil mit der Darstellung des Pol Pot Regimes in Kambodscha (Well you’ll work harder/With a gun in your back/For a bowl of rice a day/Slave for soldiers/Till you starve/Then your head is skewered on a stake).</span></p>
<p><span lang="DE-CH">Die dritte Single „Kill The Poor“ (mit dem Song „In Sight“ auf der B-Seite) wurde im Herbst von Cherry Red in England veröffentlicht und ereichte Platz 49 der britischen Charts! Auch dieser Song wurde nochmals neu eingespielt für das Album </span></p>
<p><span lang="DE-CH">Fresh Fruit for Rotting Vegetables</span><span lang="DE-CH"> (deutsch: Frisches Obst statt vergammelndem Gemüse) wurde danach veröffentlicht. </span></p>
<p><span lang="DE-CH">Das Album ist einerseits geprägt durch das für das Erscheinungsjahr sehr hohe Tempo der enthaltenen Musikstücke, andererseits durch die satirischen, gesellschaftskritischen Texte von Jello Biafra, der durch seinen schrillen, aggressiven Gesang auffällt. In den durchweg polemischen Songtexten kritisieren und karikieren die Dead Kennedys soziale Ungleichheit. Das Cover zeigt ein brennendes Auto, das während der <a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=White_Night_Riots&amp;action=edit&amp;redlink=1" title="White Night Riots (Seite nicht vorhanden)">White Night Riots</a> 1979 in San Francisco aufgenommen wurde. Bei den White Night Riots kam es zu Verwüstungen von Schwulenbars durch die örtliche Polizei. Zuvor hatte es vor dem Rathaus massive Proteste von Homosexuellen aufgrund des extrem milden Urteils gegen den ehemaligen Stadtverordneten <a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Dan_White&amp;action=edit&amp;redlink=1" title="Dan White (Seite nicht vorhanden)">Dan White</a> gegeben, der den Bürgermeister <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/George_Moscone" title="George Moscone">Moscone</a> und den Stadtverordneten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Harvey_Milk" title="Harvey Milk">Harvey Milk</a> erschossen hatte. </span></p>
<p><span lang="DE-CH">In Amerika wurde die erste Auflage von I.R.S. vertrieben und kam in einem orangen Umschlag heraus. Biafra meinte: „Ohne uns dies mitzuteilen, entschieden sie sich für diese Farbe, damit es sich von der schwarz weissen Ausgabe der Importe abgrenzen würde. Ja genau, es war minderwertiger als die Importe, also ändert es bitte jetzt!“. So taten sie es schliesslich in dem von der Band gestalteten schwarz weiss Umschlag. Auf der Rückseite befand sich ein Bild einer bedrückt dreinschauenden Lounge Band (das Dead Kennedys Logo wurde auf das Drum Set gesetzt und die Instrumente mit Totenköpfen versehen). Irgendwie wurde ein Mitglied dieser längst aufgelösten Lounge-Band auf diesen Umschlag aufmerksam und verklagte die Band, dass sie ohne Erlaubnis dieses Bandfoto benutzten. Sie entfernten für die nächste Auflage die Köpfe aller Bandmitglieder. Die Lounge Band war jedoch auch damit nicht zufrieden und so wurde das Foto schliesslich ganz entfernt.  </span></p>
<p><span lang="DE-CH">Songs auf Fresh Fruit for Rotting Vegetables:</span></p>
<ul type="disc">
<li><span lang="DE-CH">Kill the Poor</span><span lang="DE-CH"> (East Bay Ray/Biafra) ist die satirische Aufforderung, Arbeitslose und Menschen, die unter Armut leiden, durch die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Neutronenbombe" title="Neutronenbombe">Neutronenbombe</a> zu beseitigen, da die Wirkung dieser Waffe, „nett, schnell, sauber und effektiv“ sei und die Gesellschaft so nicht länger durch „Wohlfahrtssteuer“ (Welfare Tax) belastet werde.</span></li>
</ul>
<ul type="disc">
<li><span lang="DE-CH">Forward to Death</span><span lang="DE-CH"> (Carlos Cadona) handelt von einem Junkie, der mit dem Leben abgeschlossen hat.</span></li>
</ul>
<ul type="disc">
<li><span lang="DE-CH">When Ya get Drafted</span><span lang="DE-CH">  (Biafra) kritisiert das Wettrüsten zwischen West und Ost.</span></li>
</ul>
<ul type="disc">
<li><span lang="DE-CH">Let&#8217;s Lynch the Landlord (Biafra) </span><span lang="DE-CH"> fordert satirisch dazu auf, solche Grundeigentümer zu ermorden, die ihre Immobilien zu Lasten von deren Bewohnern verkommen lassen, um ihren eigenen Profit zu maximieren.</span></li>
</ul>
<ul type="disc">
<li><span lang="DE-CH">Drug Me</span><span lang="DE-CH"> (Biafra) handelt von einem aussichtslosen Leben, das nur durch Betäubung erträglich wird. Biafra kritisiert im Songtext, dass viele Mittel der Unterhaltung – der Text nennt unter anderem Fernsehen, Kreuzworträtsel, Zeitschriften, Pornographie – in erster Linie dem Zweck der Betäubung und Abstumpfung dienen.</span></li>
</ul>
<ul type="disc">
<li><span lang="DE-CH">Your Emotions</span><span lang="DE-CH"> (East Bay Ray) handelt von Emotionen, die Menschen zu Monstern machen.</span></li>
</ul>
<ul type="disc">
<li><span lang="DE-CH">Chemical Warfare</span><span lang="DE-CH"> (Biafra) kritisiert das Wettrüsten und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Chemiewaffen" title="Chemiewaffen">Chemiewaffen</a> und schildert, wie jemand, der illegal an <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nervengas" title="Nervengas">Nervengas</a> gelangt ist, Massenmord an den Gästen einer Cocktail-Party begeht.</span></li>
</ul>
<ul type="disc">
<li><span lang="DE-CH">California Über Alles</span><span lang="DE-CH"> (Biafra/John Greenway) überzeichnet, wie schon erwähnt, in grotesker Form die Machtgelüste des kalifornischen Gouverneurs <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jerry_Brown" title="Jerry Brown">Jerry Brown</a> und unterstellt diesem das Ziel der Installierung eines faschistisch geprägten Regierungssystems in den USA.</span></li>
</ul>
<ul type="disc">
<li><span lang="DE-CH">I Kill Children</span><span lang="DE-CH"> (Biafra) parodiert einen Psychopathen, der es kaum erwarten kann, die Kinder der Hörer des Albums zu ermorden.</span></li>
</ul>
<ul type="disc">
<li><span lang="DE-CH">Stealing People’s Mail</span><span lang="DE-CH"> (Biafra) handelt von Leuten, deren Unterhaltung darin besteht, massenhaft Postsendungen zu stehlen um sich über deren Inhalte zu amüsieren.</span></li>
</ul>
<ul type="disc">
<li><span lang="DE-CH">Funland at the Beach</span><span lang="DE-CH"> (Biafra) karikiert Sensationslüsternheit für Katastrophenfälle am Beispiel eines Psychopathen, der die Achterbahn in einem Vergnügungspark sabotiert, um sich anschließend an den verstümmelten Leichen zu erfreuen.</span></li>
</ul>
<ul type="disc">
<li><span lang="DE-CH">Ill in the Head</span><span lang="DE-CH"> (Cadona/Biafra) handelt von einem Schizophrenen.</span></li>
</ul>
<ul type="disc">
<li><span lang="DE-CH">Holiday in Cambodia</span><span lang="DE-CH"> (Biafra/Greenway) kritisiert die Dekadenz westlicher Studenten aus wohlhabenden Familien und empfiehlt ihnen zur „Abhärtung“ den Aufenthalt in einem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kambodscha" title="Kambodscha">Kambodscha</a> unter dem Diktator <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pol_Pot" title="Pol Pot">Pol Pot</a>. Dies muß auch vor dem Hintergrund der Verurteilung der vietnamesischen Intervention in den USA und durch die US-Regierung gesehen werden, sowie unter dem Aspekt der Aktivitäten maoistischer Organisationen, die sich häufig aus solchen Studenten rekrutierten und die in Übereinstimmung mit der chinesischen Politik das Pol Pot Regime unterstützten. Somit ergibt sich allerdings eine Billigung der nordvietnamesischen und somit sowjetischen Position, was zum damaligen Zeitpunkt eine Provokation bedeutete.</span></li>
</ul>
<ul type="disc">
<li><span lang="DE-CH">Viva Las Vegas</span><span lang="DE-CH"> (Doc Pomus/Mort Shuman) ist eine parodistische Coverversion mit leicht geändertem Text und handelt vom Glücksspiel in <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Las_Vegas" title="Las Vegas">Las Vegas</a> und dessen Gefahren.</span></li>
</ul>
<p style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Im Herbst 1980 ritten die Dead Kennedys auf der Welle, welche die Singles und das Album aufgeworfen haben. Sie waren die erste nicht Major US Punk Band, welche erfolgreich durch England und Europa tourte. Viele Leute welche Biafra dort antraf waren heissbegierig zu erfahren, was denn alles unter der musikalischen Oberfläche, dem Mainstream, Amerikas, lauerte. Den „Punk ist Tot“ Medien und den englischen Plattenlabels war dies egal. Während dieser Tour nahm Biafra zusammen mit CHRISTIAN LUNCH, ADRIAN BORLAND (später THE SOUND) und anderen Freunden zusammen die improvisierte EP THE WITCH TRIALS in einem Apartment in  London auf, ganz ohne konventionelle Rockinstrumente. </span></p>
<p style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Im deutschsprachigen Raum bestritten die Dead Kennedys ganze drei Shows, nämlich in Bonn, Berlin und Rothenburg. Die Bonner Rheinterassen erlebten die Deutschland Premiere von Biafra, Flouride, Ray und Ted. Biafra widmete einen Song dem Mann, der die eigene Mutter fressen würde: Franz Josef Strauss! „It’s our Nazi-Song“ sagte er noch, bevor höhnisch grinsend „California Ueber Alles „ angestimmt wurde. Nach drei abgehackten Gitarrenakkorden setzte die Rhythmusgruppe mit halsbrecherischer Geschwindigkeit ein, während Biafra sich am Boden wälzte oder durch gewagte Sprünge ins Publikum die Stimmung anheizte. Der scheinbar brutale Nihilismus dieser „unkontrollierten“ Tobsuchtsanfälle und der infernalische Bühnensound drängten jedoch leider die sarkastischen, hintergründigen Texte der jeweiligen Songs in den Hintergrund. Die Titel kollabierten regelrecht, doch mit zum Beispiel „Holiday In Cambodia“ gelang es der Band hervorragend, die apokalyptischen Zustände des vom Pol Pot-Regime terrorisierten Khmer-Staates beeindruckend zu inszenieren. Ein Teil des Publikums in der damaligen Hauptstadt der BRD schien die anarchistischen Andeutungen des Quartetts falsch zu deuten, so entluden sich einige Besucher in sinnloser Sachbeschädigung. Damals wie heute gab es nicht nur kritikwürdige politische Zustände, sondern auch „Hirnlose“, die stetig nichts verstehen. </span></p>
<p style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Am Tag darauf reisten sie ins SO 36 nach Berlin, doch eigentlich wollten sie in Ostberlin spielen. Da Anfang der achtziger Jahre Punkkonzerte in Hamburg oft brutale Abende waren, kam ein Konzert dort nicht in Frage und so fuhren auch Hanseaten gerne in den bekannten Club im Stadtteil Kreuzberg. Der Club war überausverkauft und die Band gelangte nur durch ein Fenster im Hinterhof in den Club. </span></p>
<p style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Danach spielten sie in der städtischen Realschule, einem riesigen Areal einer seinerzeit neuzeitlichen Bildungsverwaltung, in Rothenburg, 50 Kilometer entfernt von der alten Kreisstadt Bremervörde. Die Lokale Zeitung hatte drei Tage zuvor, neben regionalen Ereignissen und einer Otto Wahlkes Show im nahen Bremerhaven – die „Punk Show in Rothenburg“ für „normale“ Verhältnisse ungewöhnlich gross, jedoch mit der Warnung versehen („Allen Leuten, die diesen harten Sound nicht mögen, sei es zu empfehlen nicht zu dieser Gruppe zu gehen…“) angekündigt. In der grellen Pausenhalle versammelten sich alle möglichen Punks. Das Bier war angeblich bereits sehr früh aufgebraucht gewesen, von ca. 400 Leuten, die scheinbar allesamt weite Anreisewege hinter sich gebracht hatten, daher teilweise sehr mitgenommen ausgesehen haben. Das Konzert an sich hat sich dann in einer benachbarten, viel zu grossen Halle abgespielt. Es wirkte sehr fremdartig, eine Punkband wie Dead Kennedys, die zuvor in Welt- oder zumindest Hauptstädten gastiert hatte, nun plötzlich in einer Kreisstadt der niedersächsischen Provinz in der Nähe Hamburgs wieder zu finden. Dazu noch in einer Schule! Die Texte waren abermals kaum zu verstehen, Biafra musste wiederum einige Fascho-Kids zurechtweisen, die mit ihrem „Schulenglisch“ den lyrischen Eingaben seiner Songs auch bei klaren Aussagen nicht folgen konnten und somit zu „California Ueber Alles“ Nazi-Posen aufführten . Leider haben sich viele der negativen Traditionen dieser minderbemittelten Spezies, die sich geographisch betrachtet am Rand der Lüneburger Heide auch „Punk“ nennen möchte, bis heute erhalten. Die ultraschnelle, nervöse Musik der Dead Kennedys war prädestiniert dafür, böse, systemkritische Analysen durch bewusst-primitive Sarkasmen jedermann zu vermitteln. Als die Punk Musiker Deutschland wieder verliessen, sollte es neben den ärgerlichen, politischen Zwischenfällen (in England gab es Zwist mit der dortigen National Front) noch mehr negative Überraschungen geben, wie der Streit mit dem Management eines Pariser Clubs, in dem sie spielten. Direkt nach ihren Shows wollten sie die Location als Disco nutzen. So konnten die Dead Kennedys nur gerade zwanzig Minuten spielen. </span></p>
<p style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Ende des Jahres erschien der Film „Urgh- A Musical War“ ein Konzertfilm mit aneinandergereihten Liveaufnahmen der angesagtesten englischen und amerikanischen Punk und New Wave Bands, darunter auch die Dead Kennedys. Jello Biafra: „Zu dieser Zeit versuchte MILES COPELAND, der Bruder vom Police Drummer, uns für IRS zu verpflichten. Er turtelte um uns herum, dass er in uns das nächste grosse Ding sah, um uns hinten herum wohl auf das übelste abzuzocken zu seinen Gunsten. So wurden wir auf das Line-Up der auftretenden Bands im Monica Civic in Los Angeles gesetzt. Leider verhedderte und verknotete sich mein Mikrophon Kabel sogleich, als ich einen Weg entdeckte, wie ich oben auf eine dieser schwenkbaren Filmkameras klettern konnte, um dann in das Publikum zu springen. Leider klappte das nicht. Wir waren aber im Film, aber A&amp;M verbot unsere Präsenz auf dem dazugehörigen Soundtrack wegen unseres Namens. JERRY MOSS, der Mister M von A&amp;M, war vermutlich ein Segelkumpel der Kennedy Familie und er wollte einfach niemanden der sich Dead Kennedys nennt auf seinem Label.“ </span></p>
<p style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Im Frühling 1981 befriedigte Jello Biafra mit seinem Label Alternative Tentacles den Wissenshunger von Europa und dem Rest der Welt nach Amerikanischem Underground und veröffentlichte das Compilation Album „Let Them Eat Jellybeans“ und stellte darauf Bands vor, wie D.O.A., BLACK FLAG, FLIPPER, BAD BRAINS, CIRCLE JERKS, HALF JAPANESE und sogar VOICE FARM neben vielen anderen. Der europäische Underground sollte danach nicht mehr derselbe sein. Hardcore Punk brach aus und krachte über die industrialisierte Welt. </span></p>
<p style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Im Mai 1981 wurde die Single „Too Drunk To Fuck“ (Rückseite „The Prey“) veröffentlicht mit dem neuen Drummer D.H. PELIGRO (bürgerlich Darren Henley, aus St. Louis, Missouri), welcher im Februar zur Band stiess. Die Britische Presse rastete komplett aus, einige Plattenläden Inhaber wurden sogar verhaftet. Die Plattenindustrie fürchtete, dass die Single die Top 30 der nationalen Charts erreichen würde, was unweigerlich zur Folge hätte, dass sie in der populären BBC TV Serie „Top of the Pops“ hätte vorgestellt werden müssen. Sie gipfelte allerdings auf Platz 31. Sie war die allererste Top 40 Single, welche das Wort „Fuck“ im Titel führte. Es überraschte nicht, dass sie aus dem Radio 1 Airplay der ehrwürdigen BBC gestrichen wurde. In den Chartlisten wurde nur „Too Drunk To“ aufgeführt und der damalige Top 40 Moderator, Tony Blackburn, kündigte den Song einfach als „Ein Dead Kennedys Song“ an. Die Dead Kennedys brachten für die aufgebrachten Plattenläden auf der Hülle der Single einen Sticker an mit der Aufschrift „&#8221;Caution: You are the victim of yet another stodgy retailer afraid to warp your mind by revealing the title of this record so <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/The_Velvet_Underground_&amp;_Nico" title="The Velvet Underground &amp; Nico">peel slowly and see</a>&#8230;&#8221;. Der Song beinhaltet ein Heavy Surf Riff vom Gitarristen  East Bay Ray und den satirischen Text von Jello Biafra, der ein treffendes Bild einer abscheulichen, schwachsinnigen Party zeichnet. Komischerweise wurde diese Single unter den College Bruderschaften umhergereicht, welche dann auch oftmals an Dead Kennedys Shows auftauchten. Punks verübelten den Kennedys dass sie diese Aussenseiter zu ihren Konzerten anzogen aber die Dead Kennedys gingen weiter ihren Weg und unterstützten die echte Punkszene, indem sie von den Promotern verlangten, ungewöhnliche Untergrund Bands als Opener zu engagieren und diese auch einigermassen vernünftig zu bezahlen. </span></p>
<p><span lang="DE-CH">Let Them Eat Jelly Beans</span><span lang="DE-CH"> wurde dann auch in den Staaten veröffentlicht und erzielte den gleichen Effekt, wie im Rest der Welt. Black Flag, D.O.A. taten sich zusammen zu Landesweiten Touren, während die grösste Wirkung die Rückkehr der Dead Kennedys an die Ostküste erzielte. Die abgestumpfte New Yorker Musikpresse tat die Dead Kennedys All Ages Matinee im BOND als „billig und simpel“ ab. Mehrere Generationen von Künstlern erklärten jedoch später, sie seien an diesem Konzert gewesen und diese Taufe bekehrte sie dazu, selber eine Band zu gründen. New York und die gesamte Ostküste waren seitdem nicht mehr dieselbe. </span></p>
<p style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH"><img src="http://www.ratsnest.com/pictures/albums/Dead%20Kennedys%20-%20In%20God%20We%20Trust%20Inc..jpg" align="left" border="0" width="250" height="250" />Im August 1981 erschien dann die EP „In God We Trust, Inc.“. Die Musik ist einiges schneller, härter und extremer und spiegelte die jugendliche aufkeimende Hardcore Energie, welche damals in Kalifornien und Washington D.C. vorherrschte. Diese Veröffentlichung verdiente sich das Siegel „Hardcore“. Die ersten beiden Songs waren tobende Attacken gegen die aufkommende religiöse Rechte. Die nächsten Songs widmeten sich der  Gewalt in der Underground Szene, die Infiltration der Neonazis in der Punkszene, die Wahl von Präsident Ronald Reagan und das Pestizid Kepone, welches von 1966 bis 1976 in Amerika zur Ameisenbekämpfung verwendet wurde.  „We’ve Got A Bigger Problem Now“ ist ein Lounge-Jazz Remake von „California Ueber Alles“ mit Ronald Reagan anstelle von Jerry Brown. Die EP beendete die furiose Coverversion des Titelthemas der 1960er Jahre Fernsehshow „Rawhide“.  Der Song „Nazi Punks Fuck Off“ wurde später in einer PHIL DONAHUE Show fälschlicherweise als „Nazi Punk“ betitelt und als Hinweis verstanden, dass Punk mit dem Neonazismus liebäugelt. Glücklicherweise korrigierte jemand aus dem Publikum Donahue. Neben der Vinyl Version von „In God We Trust, Inc.“ wurde auch eine Kassette veröffentlicht, auf der alle acht Songs auf der A-Seite enthalten waren, während die B-Seite unbespielt war und von den Dead Kennedys mit dem Kleber versehen wurde: &#8220;<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Home_Taping_is_Killing_Music" title="Home Taping is Killing Music">Home taping is killing</a> record industry profits! We left this side blank so you can help.&#8221; Fast sämtliche düsteren Übertreibungen in den Songs des Albums haben sich seither bewahrheitet. </span></p>
<p style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Die Single „Nazi Punks Fuck Off“ wurde als 7inch Vinyl Single veröffentlicht von Subterranean Records, einem Underground Label aus San Francisco. Die Single wurde eingepackt in eine Plastikhülle mit den Texten aufgedruckt auf der Innenseite und auf der Plastiktasche, welche als Aussenhülle diente. Ein Stoffarmband mit einem Anti-Nazi Symbol wurde der Single beigelegt. </span></p>
<p style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Mehrere Touren durch Britannien und Europa folgten mit teilweise wilden Shows in Italien und Finnland. Einige Monate später schossen Hardcore EP’s in diesen Ländern wie Pilze aus dem Boden. </span></p>
<p style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">An Halloween, dem 31. Oktober 1981, heiratete Biafra THERESE SODER, aka NINOTCHKA, Leadsängerin der San Francisco Punkband THE SITUATIONISTS (sie ist als Backgroundsängerin der Songs „Forest Fire“ und „Winnebago Warriors“ auf dem Dead Kennedys Album „Plastic Surgery Disasters“ und auf „Drug Me“ vom Album „Fresh Fruit For Rotting Vegetables“, wo sie auch Synthesizer spielt, zu hören). Die Trauung vollzog BRUCE LOOSE, Sänger und Bassist der Band FLIPPER. Loose war eigens zu diesem Zweck in die „Universal Life Church“ eingetreten – das heisst, er hatte den erforderlichen Betrag bezahlt, um als Minister die Trauzeremonie leiten zu dürfen. Die Hochzeit fand auf einem Friedhof statt. Der Hochzeitsempfang, an dem Mitglieder von BLACK FLAG, D.O.A. und FLIPPER teilnahmen wurde zur Party in den TARGET VIDEO Studios des Regisseurs JOE REIS. </span></p>
<p style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Die Ehe wurde 1986 während des Frankenchrist-Gerichtsverfahrens geschieden, als Soder mit dem ex-FEEDERZ Leadsänger FRANK DISCUSSION durchbrannte, der damals bei ihnen ein- und ausging. </span></p>
<p style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Im Frühling, Sommer 1982 erreichte die U.S. Hardcore Explosion ihre volle Wucht. Die unermüdliche Rackerei von BLACK FLAG, DEAD KENNEDYS, D.O.A. und MINOR THREAT etablierte ein solides Landesweites Touren Netzwerk durch unabhängige D.I.Y. Promoter, welche sich dem der Bewegung noch immer feindlich gestellten Musik Establishment, entgegenstemmten. Schikanierungen durch die Polizei wurde zu einem anwachsenden Problem. Die Polizei in Denver versuchte das Equipment der Dead Kennedys zu konfiszieren, gaben dann aber auf, als sie von der Band aufgefordert wurden, den Krempel gefälligst selber wegzutragen. </span></p>
<p style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Alternative Tentacles begann ebenfalls weiter zu wachsen mit Veröffentlichungen von Klassikern wie D.O.A., T.S.O.L., 7 SECONDS und in England: BAD BRAINS und HÜSKER DÜ. </span></p>
<p><span lang="DE-CH">„Bleed For Me“</span><span lang="DE-CH"> (Rückseite „Life Sentence“) wurde im Juli 1982 als weitere Single veröffentlicht. Die Musik ist kalt und einschüchternd. Der Song handelt von Entführung und Folter einer Geheimpolizei (andeutungsweise der C.I.A.). Dann folgt eine Bridge und das Stück wird leicht und fröhlich während der Text die amerikanische Aussenpolitik  beschreibt, welche sich die mörderischen Diktaturen zu Nutze macht, um wirtschaftliche Lizenzen zu schützen, welche Amerikanische Gesellschaften begünstigen. „ Bleed For Me“ wird auch als Hintergrund für den Dead Kennedys Song „Kinky Sex (Makes The World Go Round)“ verwendet, in dem ein Helfer von Reagans Weissem Haus den dritten Weltkrieg am Telefon mit Margaret Thatcher arrangiert, während er bei jeder Erwähnung einer Gräueltat lustvoll stöhnt.</span></p>
<p style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Im Herbst 1982 veröffentlichten die Dead Kennedys das zweite volle Album „Plastic Surgery Disasters“ welches gemischte Kritiken einbrachte. Zum dritten Mal in Serie konfrontierten sie die Fans mit komplett anderen Sounds als sie erwarteten. Surf-Rock, seltsame psychedelische Gitarren Fragmente, traditionelle Filmmusik, welche Teile enthielten, die auch einem Ennio Morricone Spaghetti Western hätten entstammen können. Diese Elemente wurde man unter dem hochenergetischen Trash nicht sofort gewahr, aber sie machten die Dead Kennedys deswegen so einzigartig. Neben der Band wurden zusätzliche Saxophon Spieler und Backing Vocal Sängerinnen eingesetzt. „Moon Over Marin“ das letzte Stück des Albums, ist ein ausgezeichnetes Beispiel für die Fähigkeit von East Bay Ray, den Punkrock mit Surf Musik zu mischen und wohl der erste Song überhaupt mit dem Prädikat „Surf Punk“. Der Song handelte von der Umweltverschmutzung Nordkaliforniens, also nicht die Art Text, wie sie FRANK SINATRA bei seiner Version in absehbarer Zukunft noch summen sollte.  Das Bild „Hands“ des Fotographen Michael Wells zierte das Cover und das restliche Artwork stammte wiederum von Winston Smith, der unzählige Collagen für die Dead Kennedys und Alternative Tentacles anfertigte. Ein umfangreiches Booklet mit den Texten und Bildern von Smith wurde beigelegt. </span></p>
<p><span lang="DE-CH">Plastic Surgery Disasters</span><span lang="DE-CH"> markierte das Ende der Allianz zwischen Alternative Tentacles und Faulty Products. Der Bankrott von Faulty Products kostete die Band (und viele andere kleine Labels, welche von Faulty vertrieben wurden) eine Menge Geld und verzögerten die Veröffentlichungen von vielen Alternative Tentacles Platten. Biafra nahm dies als Zeichen, dass er künftig sämtliche Platten selber herausgeben sollte und nach einem kurzem Herstellungs- und Vertriebs Deal mit Subterranean, während dem die Welt mit der ersten Veröffentlichung von den BUTTHOLE SURFERS verzückt wurden, wurde Alternative Tentacles schliesslich völlig unabhängig. </span></p>
<p style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Im Dezember 1982 wurde dann die letzte Dead Kennedys Single „Halloween“ (Rückseite „Saturday Night Holocaust“) veröffentlicht. Der Text gebraucht die Metapher einer Halloween Party als Motiv für die menschlichen Reaktionen zur Nonkonformität.  Saturday Night Holocaust vergleicht die Drogen geschwängerte Disco Kultur der 70er und 80er mit der Kabarett Kultur in Nazi Deutschland, namentlich in Bezug auf die Apathie gegenüber den Aktionen des Regimes. Er endet mit der modernen Version einer Nazi Verfolgung des Kabaretts und kann als Pendant zu „California Ueber Alles“ gesehen werden. (&#8221;a Hitler youth in a jogging suit smiling face branded round his arm&#8221; kann als Wiederkehr des Hippie-Nazis des genannten Songs gesehen werden). </span></p>
<p><span lang="DE-CH">1983</span><span lang="DE-CH"> gipfelte die PLASTIC SURGERY DISASTER TOUR im ROCK AGAINST REAGAN Happening auf dem CAPITOL Einkaufszentrum in D.C. einen Tag vor dem berüchtigten 4. Juli JAMES WATT Konzert. Der Sekretär von Ronald Reagan verbannte die BEACH BOYS welche an dem Tag hätten auftreten sollen, da Rockmusik nur die falschen Elemente anziehen würde und engagierte stattdessen den Las Vegas Entertainer WAYNE NEWTON. Während der Dead Kennedys Show erschien ein Helikopter der Regierung am klaren Nachthimmel und beleuchtete das Dead Kennedys Publikum mit Scheinwerfern und während diese nach oben blickten wurden sie fotografiert. Sintflutartige Regenfälle verhinderten am nächsten Tag für mehrere Stunden den Auftritt von Wayne Newton. Die Dead Kennedys knackten dann Australien und fanden dort eine komplett andere Szene vor als das voreingenommene Macho US Hardcore Publikum jemals erlaubt hätte. Die bizarrste Band ist GRONG GRONG aus Adelaide, deren Sänger über einer Terroristenmütze einen Cowboy Hut trug und während des Konzertes die Leute im Publikum anbrüllte. Ihr Album wurde später auf Alternative Tentacles veröffentlicht. Die Australier trieben den Detroit/Garagen Rock auf die Spitze und Biafra absorbierte dementsprechend ihre Musik und ist vermutlich die erste Person, welche ihre Platten in Amerika herausbrachte. </span></p>
<p><span lang="DE-CH">1984</span><span lang="DE-CH"> brachten Guerilla Auftritte sowohl vor den nationalen Conventions der Demokraten wie der Republikaner mehr Chaos. In Dallas wurden Republikaner, welche in ihre Hotelzimmer flüchteten, von einer von Biafra angeführten Menge mit „Fuck off and die!“ gegrüsst. Ein sogenanntes „Massen Die-In“  in der Warenhauskette Neiman-Marcus sowie die notorischen Joey Johnson Flaggenverbrennung, welche im Supreme Court aufezogen wurden, gesellten sich zu den Festivitäten. An den Conventions der Demokraten stürmten die Dead Kennedys die Bühne mit Klansmänner Kapuzen und als sie diese herunterrissen offenbarten sie Ronald Reagan Masken darunter. Um die tausend Leute wurden von der Menge getrennt, als sie zur San Francisco City Hall marschierten, wo sie grundlos von ausser Kontrolle geratenen Polizeioffizieren geprügelt wurden. </span></p>
<p><span lang="DE-CH">1985</span><span lang="DE-CH"> bestätigten die Dead Kennedys ihren Platz an der Front der musikalischen Underground Vorhut mit der Veröffentlichung von Biafras liebstem Album „Frankenchrist“, dem dritten Album der Band. Wiederum nicht das, was die Leute erwarteten. Im Vergleich zum Vorgänger fällt das Album wesentlich sanfter aus. Die wütenden <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hardcore_Punk" title="Hardcore Punk">Hardcore-Punk</a>-Einlagen wurden zu Gunsten eines variablen, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sarkasmus" title="Sarkasmus">sarkastischen</a> Gesangsstil von Biafra zurückgedrängt. Die Punk-Elemente überwiegen jedoch weiterhin, neben Einflüssen aus der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Popmusik" title="Popmusik">Popmusik</a>, des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rockabilly" title="Rockabilly">Rockabillys</a> und des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hardrock" title="Hardrock">Hardrocks</a>. </span></p>
<p><span lang="DE-CH">Soup Is Good Food</span><span lang="DE-CH"> ist eine Auseinandersetzung mit der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitslosigkeit" title="Arbeitslosigkeit">Arbeitslosigkeit</a> als Folge der zunehmenden Technisierung in den Fabriken und der ambivalenten Haltung der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gewerkschaft" title="Gewerkschaft">Gewerkschaften</a>. Der Text bedient sich <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ironie" title="Ironie">ironischer</a>, überspitzter Formulierungen. Musikalisch bedient sich das Lied beim 1960er <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rock_&amp;_Roll" title="Rock &amp; Roll">Rock &amp; Roll</a>. </span></p>
<p><span lang="DE-CH">Hellnation</span><span lang="DE-CH"> ist eine wütende Abrechnung mit der Politik der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Vereinigte_Staaten_von_Amerika" title="Vereinigte Staaten von Amerika">Vereinigten Staaten von Amerika</a>. Das Lied stand später Pate für die Namensgebung einer <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Crustcore" title="Crustcore">Crustcore</a>-Band.</span></p>
<p><span lang="DE-CH">This Could Be Anywhere (This Could Be Everywhere)</span><span lang="DE-CH"> berichtet vom Verfall der Städte, der zunehmenden Gangkultur und dem amerikanischen Hang zur Selbstjustiz. Der musikalische Stil auf diesem Lied ist mit den SEX PISTOLS vergleichbar. </span></p>
<p><span lang="DE-CH">A Growing Boy Needs His Lunch</span><span lang="DE-CH"> ist ein weiterer Angriff auf die amerikanische Politik und insbesondere auf den Konsum. Als Beispiel werden in den Lyrics likörgefüllte Statuen von Elvis Presley verwendet, worauf die sarkastische Frage „Will Elvis take the place of Jesus in a thousand years“ (dt.: „Wird Elvis Jesus’ Platz in tausenden von Jahren einnehmen?“ folgt. Außerdem werden die Zeichentrickfigur Jiminy Cricketaus Pinocchio und der Autor Laurence Harvey im Text erwähnt. Des weiteren werden Pestizide genannt, die zur Deformation von Säuglingen führen. Der Situation in Amerika wird der Hungertod in anderen Ländern gegenübergestellt. Das Keyboard wurde von TIM JONES eingespielt.</span></p>
<p><span lang="DE-CH">Chicken Farm</span><span lang="DE-CH"> handelt von den Auswirkungen des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Vietnamkrieg" title="Vietnamkrieg">Vietnamkriegs</a> und insbesondere der Verwendung von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Napalm" title="Napalm">Napalm</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Agent_Orange" title="Agent Orange">Agent Orange</a>.</span></p>
<p><span lang="DE-CH">Mach-O-Rama (Invasion of the Beef Patrol)</span><span lang="DE-CH"> handelt von den Spitzensportlern der US-amerikanischen Colleges und dem Sportwahn in Amerika am Beispiel des American Footballs. Insbesondere die machohaften Züge der Sportler werden kritisiert. Nachdem der Star-Quarterback sich während eines Spiels verletzt und wahrscheinlich querschnittsgelähmt bleibt, betrinken sich seine Mannschaftskameraden und fahren volltrunken Auto. Der väterliche Polizeibeamte lässt sie jedoch weiterfahren. Musikalisch ist das Lied eine Mischung aus Hardcore, Rockabilly und einem kurzen Marsch im Stile eines alten Soldatenlieds. Das Lied wird mit Cheerleader-Gesängen eingeleitet.</span></p>
<p><span lang="DE-CH">Der Titel Goons of Hazzard ist eine Anspielung auf die US-amerikanische Serie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ein_Duke_kommt_selten_allein" title="Ein Duke kommt selten allein">Ein Duke kommt selten allein</a> (Originaltitel: The Dukes of Hazzard). Der Text greift die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Redneck" title="Redneck">Redneck</a>-Kultur an. </span></p>
<p><span lang="DE-CH">MTV – Get off the Air</span><span lang="DE-CH"> ist ein Angriff auf das amerikanische Musikfernsehen MTV. Die Einleitung ist im Stil eines MTV-Commercials gehalten. Das Lied ist dreigeteilt, der Anfang ist poppig gehalten, während der Mittelteil schnellen Hardcore bietet und zum rockigen Ende hinführt. Am Schluss ist eine Trompete zu hören, die von JOHN LEIB eingespielt wurde. Im Text werden die Auswüchse der 1980er Musikvideo-Populärkultur ironisch dargestellt. </span></p>
<p><span lang="DE-CH">At My Job</span><span lang="DE-CH"> ist East Bay Rays Beitrag zum Album. Die kurze, monotone Nummer handelt von einem Arbeiter und seinem Job.</span></p>
<p><span lang="DE-CH">Stars and Stripes of Corruption</span><span lang="DE-CH"> ist eine weitere Abrechnung mit der US-amerikanischen Politik. Das Lied behandelt Biafras Sicht auf Amerika und allem, was er daran als falsch ansieht. Das Lied bietet auch beispielhafte Lösungsvorschläge, zum Beispiel die Legalisierung von Drogen, die Förderung von Kommunikationsangeboten, Theater und Kunststunden an Schulen und die Einführung einer Steuer für religiöse Vereine.</span></p>
<p><span lang="DE-CH">Der ursprünglichen LP war ein Poster von H.R. Gigers Gemälde Penis Landscape (eigentlicher Titel: Work 219: Landscape XX) beigelegt, dass mehrere ineinander verschränkte Vaginas und Penisse zeigt, die den Geschlechtsakt ausüben. Einer der Penisse ist mit einem Kondom versehen. Das 1973 entstandene Gemälde erregte bald die Gemüter des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Parents_Music_Resource_Center" title="Parents Music Resource Center">Parents Music Resource Center</a> (PMRC), wurde aber während Jahren in verschiedenen Büchern und Magazinen publiziert. Biafra: „Ich begann zu realisieren: Mein Gott, wir haben den Feind getroffen und dass sind ja wir. Das ist das, was wir jeden Tag mit jedem machen in dieser Konsum orientierten Gesellschaft. Warte mal, das ist genau das, worüber wir in den Frankenchrist Songs singen! Ich dachte, dieses Giger Gemälde wäre eine grossartige Möglichkeit, alles auf den Punkt zu bringen, auch wenn das einige Leute in gehobenen Positionen der Macht ohne Sinn für Humor nicht verstehen würden.“ Ursprünglich sollte das Gemälde das aufklappbare Innencover der Hülle sein, aber ein Mitglied der Dead Kennedys erhob vehement Einspruch und so wurde es dem Album als Poster beigelegt. Auch wenn erwartet wurde, dass einige Leute das Gesicht verziehen würden, so wurden niemals nur annähernd die kommenden Probleme erwartet. Ein Kleber, demjenigen des PRMC nachempfunden, wurde auf dem Cover angebracht, der besagte: Warning: The inside fold out to this record cover is a work of art bei H.R. Giger that some people may find shocking, repulsive or offensive. Life can sometimes bet hat way.“</span></p>
<p><span lang="DE-CH">Senator AL GORE inszenierte berüchtigte Anti-Musik Hearings im Senat als Gefälligkeit an seine Frau TIPPER und ihre offen bigotten fundamentalistischen Freunde, welche sich das PARENT’S MUSIC RESOURCE CENTER (PMRC) nannten. Zu den PMRC-Aktivitäten gehörte die Zensur durch ein Klebesystem von Warnungs-Stickern, die „Reassessment of contracts“ von Künstlern, deren Texte „sexuell unanständig“, „anti-christilich“ oder Selbstmord sowie Homosexualität erwähnten. „Experten Bezeugungen“ dieser Washingtoner Frauen beschuldigen Rock Musik verantwortlich zu sein für Banden Gewalt, Selbstmorde, Morde, Teufelsanbetung und Sexuelle Perversion. FRANK ZAPPA war einer der ersten, der den PMRC ablehnte und ihre Auswirkung zu spüren bekam, genau wie JOHN DENVER (!) und DEE SNIDER (TWISTED SISTER). Die Musik Industrie oben und unten steckte den Kopf in den Sand und bevorzugte es zu schlafen während dieser Anhörungen.  </span></p>
<p><span lang="DE-CH">Im Hebst 1985 trieb Frankenchrist die Dead Kennedys zur absolut erfolgreichsten US Tour. Aber auch diese Tour verlief nicht ohne Probleme. Einige Konzerte wurden im letzten Moment abgesagt aufgrund des Drucks von ungenannten Quellen der Stadt- und Universitäts-Offiziellen. Auch lokale religiöse Rechte waren darin involviert. </span></p>
<p><span lang="DE-CH">Während dieser Zeit veröffentlichte eine neue Generation von Bands auf Alternative Tentacles: BUTTHOLE SURFERS, THE CRUCIFUCKS, THE DICKS oder M.I.A. </span></p>
<p><span lang="DE-CH">Auf Drängen von HARVEY KUBERNIK (Musikjournalist mexikanischer Abstammung und guter Freund von Jello Biafra) absolvierte Biafra im Januar 1986 seinen ersten Spoken Word Auftritt in der Kerckhoff Hall im UCLA in Los Angeles mit dem amerikanischen Poeten MICHELLE T. CLINTON, welcher 1990 den amerikanischen Buchpreis gewann. Die Zuhörer sprachen vor allem auf Biafras Humor und die unterdrückten Informationen auf jüngere Ereignisse an. Die Musik Presse allerdings tat seine Warnungen über die PRMC als das Geschimpfe eines paranoiden Verrückten ab. Wie auch immer….</span></p>
<p><span lang="DE-CH">Am 15. April 1986, zwei Wochen nachdem die Dead Kennedys  von SUSAN BAKER, einer PMRC, öffentlich beschossen wurden, stürmte eine Truppe Polizeibeamter aus Los Angeles und San Francisco frühmorgens Biafras Haus in San Francisco und stellte alles auf den Kopf. Ein 13 jähriges Mädchen hatte die Frankenchrist-Platte für ihren 11 jährigen Bruder gekauft (in einer Verkaufsstelle einer Plattenladenkette in einem grossen Shopping Center). Die Mutter hatte nach dem Auffinden der Schallplattenhülle die PMRC informiert, die wiederum den Staatsanwalt anrief. Dieser liess das Haus von Jello Biafra durchsuchen. Die Cops durchwühlten sogar die Katzenkiste in der Hoffnung etwas zu finden. Was? Das sollte man sie selber fragen. Frankenchrist Platten und Giger Poster wurden aus dem Haus entfernt und aus den Büros von Alternative Tentacles. Ebenfalls sämtliche Adress- und die Geschäftsbücher, was eine Weiterführung des Betriebs für eine Weile verunmöglichte.</span></p>
<p><span lang="DE-CH"><img src="http://wiki.infoshop.org/images/4/49/Jello-smile.jpg" align="left" border="0" width="150" height="231" />Im Juni 1986 wurden Biafra und vier andere in Los Angeles angeklagt „schädliches Material an Minderjährige zu vertreiben“. Sie waren die ersten Personen in der amerikanischen Geschichte, welche sich einer kriminellen Straftat aufgrund einer Platte konfrontiert sahen, drei Jahre vor dem Angriff auf die 2 LIVE CREW. Biafra und andere Anhänger gründeten den NO MORE CENSORSHIP DEFENSE FUND, der von mehreren Punkrock Bands unterstützt wurde, um die Kosten für die Verhandlung zu decken. Den Angeklagten drohten ein Jahr Gefängnis und eine Busse von 20&#8242;000 Dollar für jede Person. Das Gesetz wurde nie zuvor angewendet. Viele Zuwendungen kamen von Fans der alternativen Musik und unzähglige Briefe von Teenagern, welche ihr Taschengeld sandten. Aufmunternde Anfeuerungen waren ebenfalls üblich. Drei erwähnenswerte populäre Figuren, die Biafra unterstützten, waren FRANK ZAPPA, LITTLE STEVEN VAN ZANDT (BRUCE SPRINGSTEEN E-STREET BAND)  und PAUL KANTNER (JEFFERSON AIRPLANE). Der Fund half auch anderen vom PMRC bedrängt wurden. Sie riefen auf zum Boykott von Coors Bier und anderen Firmen, welche den PMRC finanziell unterstützten und berichteten über die Aktivitäten in den Newslettern, welche den Dead Kennedys Platten beigelegt waren. Der anschließende Prozess trieb Biafra, der auf Kunst- und Meinungsfreiheit plädierte, weitestgehend in den finanziellen Ruin. Am Ende sprach die Jury Biafra und die Mitangeklagten schliesslich mit 7 zu 5 Stimmen frei, und obwohl ein Bezirksanwalt beantragte, den Fall neu aufzurollen, ordnete der Richter an, alle Anschuldigungen gegen Biafra fallen zu lassen. Doch der PMRC hatte dafür gesorgt, dass einige Plattenhändler keine Alben der Dead Kennedys und vergleichbarer Bands mehr in ihren Bestand aufnahmen. Es war der erste von der PMRC initiierte Prozess, weitere sollten folgen. Ironischerweise befindet sich das Bild, welches den ganzen Prozess ausgelöst hatte auch in Büchern, welche in Bibliotheken im ganzen Land stehen und dort niemals ein Vorkommnis auslösten. Giger ist ein hoch respektierter Künstler, der sogar einen Oscar erhielt und auch er fand diese ganze Angelegenheit äusserst schräg. </span></p>
<p><span lang="DE-CH">Der Staatsanwalt von Los Angeles, MICHAEL GUARINO,  gestand gegenüber dem L.A. WEEKY Reporter DON BOLLES, dass sie Akten über mehrere andere von der PMRC attackierten Musikern führen würden, jedoch Biafra gewählt hätten, um eine „kosteneffiziente Message auszusenden“. Der amtierende Staatsanwalt erwähnte später, dass sein Ziel gewesen war, Alternative Tentacles zu vernichten. Das Spendensammeln und den daraus folgenden Medien Zirkus verzögerte die Fertigstellung des Nachfolgealbums zu „Frankenchrist“, das passenderweise „Bedtime For Democracy“ betitelt wurde. </span></p>
<p><span lang="DE-CH">Im Herbst 1986  um die Zeit der Veröffentlichung von „Bedtime For Democrazy“ wurde die offizielle Auflösung der Dead Kennedys bekannt gegeben, wohl als Folge der langen Gerichtsprozesse und ihrer Kosten. Innerhalb der folgenden zwei Wochen gaben auch BLACK FLAG und CRASS ihre Auflösungen bekannt. </span></p>
<p><span lang="DE-CH">„Bedtime For Democracy“</span><span lang="DE-CH"> behandelte die geläufigen Punk Themen wie Gleichförmigkeit, Reaganomics, das Militär und kritisierte auch die eigene Punkbewegung. Der Titel des Albums spielte an die Hollywood Komödie „Bedtime For Bonzo“ aus dem Jahr 1951 an, in der Ronald Reagan mitwirkte. Ihr war eine Pseudo-Fachzeitschrift beigelegt in der Form einer Zeitung, gemacht aus der typischen Winston Smith Collage Art und betitelt mit „Fuck Facts“. Das Stück von der Platte, welches am meisten Airplay erhielt, war das JOHNNY PAYCHECK (ehemaliger Hobo, Navy Soldat, der aus der Armee entlassen wurde, weil er die Vorgesetzten verprügelte, schliesslich Country Sänger wurde, Hits für Tammy Wynette schrieb, sich der Outlaw Country Bewegung um Waylon Jennings und Willie Nelson anschloss, später verwahrloste und 1985 zu neun Jahren Gefängnis verurteilt wurde, weil er einem Mann in die Schultern schoss) Cover „Take This Job And Shove It“ aus dem Jahr 1977. Das Stück „Rambozo The Clown“ inspirierte ein damals in Amerika populäres T-Shirt mit der Darstellung von Rambozo. </span></p>
<p><span lang="DE-CH">Es kursieren verschiedene Sammlerstücke der Dead Kennedys, darunter einige Bootlegs. Biafra: „Skateboard Party ist ein Bootleg… Ich kenne den Typen der die Original Pressung herausbrachte und dann an irgendjemanden verhökerte, der dann damit wild wurde. Wir mussten das Treiben stoppen.“ Aber da gibt es auch noch diese Picture Disc welche überall angeboten wird. Biafra: „Das ist ein komplettes Bootleg. Dieser Typ verschwendete unsere Zeit mit einem unsinnigen Interview für ein englisches Fanzine und machte daraus eine 25 Dollar Picture Disc. Leute fragen sich, warum ich denn so gemein sei und den Leuten nicht erlaube, die Shows aufzunehmen…weil ich es einfach satt habe, dass Leute Scheissaufnahmen von billigster Qualität veröffentlichen! Und wer kriegt dann die aufgebrachten Briefe, dass das krank sei? Ich! Das ist ein anderes Beispiel wie gierige Leute für alle anderen, alles kaputt machen.“ „Es gibt noch ein anderes Bootleg, das ist wirklich übel! Es wurde 1980 in Deutschland aufgenommen mit einem auffaltbaren Poster in der Mitte auf dem ein Eisernes Kreuz zu sehen ist, welches als Konzertplakat verwendet wurde, um Glauben zu machen, der Veranstalter hätte dies herausgebracht. Ich glaube es ist das Konzert in Bonn, aufgenommen auf irgendeinem Walkman, den sie vermutlich in die Nähe der PA Boxen aufgestellt haben. Es wird noch immer für 30 Dollar verkauft und es gibt schon weitere Pressungen davon in anderen Farben.“</span></p>
<p><span lang="DE-CH">1987</span><span lang="DE-CH"> realisierte Biafra sein erstes Spoken Word Album „No More Cocoons“. Unter anderem befinden sich darauf Tracks wie „Names For Bands“ oder „Message From Our Sponsor“. Aus letzterem bezog ICE-T die Samples für sein „Freedom Of Speech-Just Watch What You Say“ Album. </span></p>
<p><span lang="DE-CH">Im gleichen Jahr erschien auch das halb Greatest Hits Album der Dead Kennedys „Give Me Convenience Or Give Me Death“. Ein Paket an nicht LP-Singles und raren Compilation Stücken. </span></p>
<p><span lang="DE-CH">Im August 1987 wurde die Anklage gegen Biafra nach mehrwöchigem Prozess in Los Angeles fallen gelassen. Auch wenn Frankenchrist nicht als obszön befunden wurde, verschwanden Biafra, Dead Kennedys und Alternative Tentacles Platten aus den meisten Regalen der Plattenläden und wurden dort nicht mehr aufgelegt. </span></p>
<p><span lang="DE-CH">Die gerichtliche Auseinandersetzung hatte noch andere Auswirkungen. Die Spoken Word Performances von Biafra wurden aus den Kaffeehäusern in den College Vorlesungs-Zirkel katapultiert, wo er über Zensur referierte. Zum ersten Mal waren die Medien mehr an Biafras politischen Ansichten interessiert, als Musik geschäftliches Gerede über sein neustes Album. Seine Dokumentation von Tipper Gore und der Verknüpfung des PMRC zu christlichen Fundamentalisten wurde nicht mehr länger als verrückt abgetan. Er spielte ebenfalls einen FBI Agenten im TIM ROBBINS-JOHN CUSACK Film „Tape Heads“ wo er denselben blauen Streifenanzug trägt, wie bei der Gerichtsverhandlung. </span></p>
<p><span lang="DE-CH">1988</span><span lang="DE-CH"> verhalf das Ernstgenommen werden zu einigen Aufs- und Abs. Hoffnungen auf eine neue Band und damit einhergehende Tourneen fielen weg zu Gunsten von noch mehr Spoken Word Engagements und Anti-Zensur Arbeit. Das zweite Spoken Word Album „High Priest Of Harmful Matter“ ist ein 88 Minuten Monolog. Biafra fasst die jüngste Geschichte der Zensur in Amerika zusammen und fokussiert sich auf den Kreuzzug zu Gunsten der Verbannung von Themen wie der Evolutionslehre aus den Schulbüchern. Er zeigt auf, dass einige Gerichtsverhandlungen zu diesem Thema nicht von lokalen und  gewöhnlichen Bürgern angestrengt wurden (wie zum Beispiel der Prozess Mozert v. Hawkins City Board of Education) sondern eingeführt und finanziert von Televangelisten wie PAT ROBERTSON. Er erklärt ebenfalls den Anteil, welchen die christlich fundamentalistischen Gruppen an der Gründung des PMRC spielten. Der zweite Teil der Platte ist der Erfahrung gewidmet, welche Biafra mit dem Gerichtssystem nach der Klage wegen des „Frankenchrist“ Albums selber erlebte, indem er detailliert aufführt wie der PMRC und die Zensur Advokaten mit den Religiös Rechten verstrickt sind. Biafra realisierte, dass er nicht so sehr ein Poet ist, sondern ein Anti-Gelehrte/Kommentator, der neue Wege im wachsenden wichtigen Medium Infotainment einschlug. </span></p>
<p><span lang="DE-CH">In seinem zweiten Auftritt bei der Live ausgestrahlten OPRAH WINFREY Show erwischte er mit zynischen Bemerkungen TIPPER GORE beim Lügen. Oprah unterbrach schnell für eine Werbung. Während der nächsten paar Jahre trat Biafra in THE PHIL DONAHUE SHOW, in der CNN TV-Serie CROSSFIRE, der nie ausgestrahlten JESSE JACKSON Talk-Show und sogar an einer Convention von religiös rechten Sendern auf. Jackson war die erste und bisher einzige Person, welche gegen Biafras Namen protestierte. Über diese Erfahrungen berichtete er im vierten Spoken Word Album „Beyond The Valley Of The Gift Police“. </span></p>
<p><span lang="DE-CH">Währenddessen entspross Alternative Tentacles eine weitere Generation an Bands, angeführt von NOMEANSNO, ALICE DONOT, THE BEATNIGS (vor-DISPOSABLE HEROS OF HIPHOPRISY und SPEARHEAD), TRAGIC MULATTO, VICTIMS FAMILY und die ungarischen Space-Schamanen VABTAZO HALOTTKEMEK (aka VHK oder GALLOPING CORONERS). </span></p>
<p><span lang="DE-CH">Im Sommer 1988 während sie die Alternative EP „Unreliable Sources“ von CHRISTIAN LUNCH abmischten, kam Biafra und AL JOURGENSEN von MINISTRY die Idee für ein eigenes Projekt. Der erste Name, der Biafra einfiel war LARD (Schweinefett welches in den amerikanischen Küchen verwendet wird). Jourgensen viel vor Lachen vom Stuhl und so war Lard geboren. Die EP „The Power Of Lard“ erschien im Herbst, mit Al Jourgensen an der Gitarre und Samples, Paul Barker, ebenfalls Ministry, am Bass und Jeff Ward, Drummer von Nine Inch Nails, Ministry, Revolting Cocks, welcher 1993 Selbstmord beging.  Jello Biafra übernahm die Produktion und das Artwork.</span></p>
<p><span lang="DE-CH">Das Jahr 1989 führte Jello Biafra nach Vancouver für die Filmrolle als Bruce Coddle in „Terminal City Ricochet“ bei dem der Filipino  ZALE DALEN Regie führte. Der Name wurde einem Eishockey Team namens TERMINAL CITY RICOCHETS entliehen. Der Film ist eine dystopische Komödie, welche das Fernsehen und seine geheimen Absprachen mit der Regierung und der Verbraucherherrschaft kritisiert. Terminal City Ricochet erreichte einen wohlbekannten Status in Kult-Film Kreisen, wurde aber nur an bestimmten Film-Festivals und ab und zu auf Pay-TV-Kanälen gezeigt. Diese filmische Sicht, wie der Boulevardjournalismus als Instrument zur Unterdrückung und Kontrolle benützt wird, sollte eigentlich vor jeder amerikanischen Präsidenten Wahl gezeigt werden.  </span></p>
<p><span lang="DE-CH">Für den Soundtrack kam es zu weiteren Zusammenarbeiten bei Aufnahmen. Biafra schloss sich D.O.A. an für ein Stück des Soundtracks. Den ganzen Soundtrack veröffentlichte er auf Alternative Tentacles. Die Sessions mit den unerschütterlichen Punkrockern D.O.A. bereiteten aber einen solchen Spass, dass sie gleich ein ganzes gemeinsames Album einspielten, „Last Scream Of The Missing Neighbors“. Der bemerkenswerteste Song des Albums ist das 14 Minütige „Full Metal Jackoff“ ein kraftvoller Abgesang, welches von vielen als der definitive Ausdruck des Horrors des aufkommenden Bush Regimes angesehen wird. Basierend auf den Geschehnissen der Zeit, bezieht sich der Song auf Themen wie Willie Horton, ein verurteilter Verbrecher, der wegen Mordes eine Lebenslängliche Haft ohne Hafturlaub verbüsste, aber in den Genuss eines Wochenend-Urlaub-Programms kam, welches 1972 in Massachusetts auch für vorsätzliche Mörder als kriminelle Rehabilitation eingeführt wurde. Der damalige demokratische Gouverneur von Massachusetts, Michael Dukakis untesrtützte dieses Programm. Allerdings kehrte Horton nach dem ersten Urlaub nicht mehr zurück und vergewaltigte mehrfach lokale Frauen, nachdem er sie mit der Pistole niederschlug, knebelte, brandmarkte und schliesslich beraubte. Er stahl die Autos von Männern, die er niederschlug und als er schliesslich nach einem Überfall verhaftet werden konnte, wurde er zu zusätzlich zweimal Lebenslänglich plus 85 Jahren verurteilt. Das Gericht strich das Wochenend-Programm sofort für solche Klienten damit diese nie mehr den Sauerstoff der Freiheit einatmen könnten. Die Lawrence Eagle Tribune deckte 175 ähnlicher Geschichten dieses Programms auf und erhielt dafür den Pulitzer Preis. Wobei Dukakis noch immer festhielt, dass 99 Prozent des Programms sehr effektiv sei. Weiter beleuchtete der Song die Iran-Contra Affäre der Reagan Administration, widmete sich dem Bestseller Autor und Marine Corps Offizier Oliver North der in die geheimen Waffenverkäufe verwickelt war und schliesslich schloss das Stück die Crack Epidemie mit ein.  Es ist auch der einzige hochstehende Track, neben Ice-T der die Bush-CIA Connection mit Amerikas explodierender Crack Epidemie in Zusammenhang bringt. </span></p>
<p><span lang="DE-CH">Der Song „That’s Progress“ wurde später für das Compilation Album „Rock Against Bush Vol. 1“ verwendet. </span></p>
<p><span lang="DE-CH">„The Power Of Lard“</span><span lang="DE-CH"> EP wurde so wohlwollend aufgenommen, dass Biafra, Jourgensen, Barker und Ward 1990 in Chicago wieder das Studio aufsuchten, um neues Material einzuspielen, welches als erstes volles Album mit dem Titel „The Last Temptation Of Reid“ veröffentlicht wurde. Die CD enthielt eine Coverversion des Songs „They’r Coming To Take Me Away, ha haa“, im Original von NAPOLEON XIV (Pseudonym des amerikanischen Singer Songwriters und Plattenproduzenten Jerry Samuels, der mit diesem Song 1966 den One Hit Wonder Status erreichte). Lard fügten dem Original eine Gitarre hinzu sowie eine Extrastrophe. Der Song „Forkboy“ wurde als Soundrack für den OLIVER STONE Film „Natural Born Killers“ verwendet. Der Albumtitel diente als Referenz an den Martin Scorsese Film „The Last Temptation Of Christ“. Reid bezieht sich auf Reid Hyams, der die erste Lard EP aufgenommen hat und für CHICAGO TRAX arbeitete.  </span></p>
<p><span lang="DE-CH">Später kehre Biafra nach Vancouver zurück um das Album „The Sky Is Falling And I Want My Mommy“ mit NOMEANSNO fertig zu stellen. Die Texte gehören zu Biafras Stärksten. </span></p>
<p><span lang="DE-CH">1991</span><span lang="DE-CH"> tauchte einer der schrägsten Gitarristen der Welt mit seiner neuen Band, KING SNAKE ROOST, in Amerika auf, CHARLIE TOLNAY von GRONG GRONG. Die Gelegenheit am Schopf packend, schleppte Biafra ihn mitsamt der gesamten Besetzung von STEEL POLE BATHTUP ins Studio. Das Resultat ist das TUMOR CIRCUS Album und zwei Singles. Es gibt keine zwei Biafra Alben, welche ähnlich klingen und diese Aufnahmen strapazieren die Geduld der Hörer mehr als alle anderen seit THE WITCH TRIALS. Einige Punks fanden sich ihre Eltern nachäffend: „Schalt diesen Mist ab, das ist doch nur ein Haufen Krach!“. Aber es ist wohl eines der meist übersehenen Noise-Gitarren Meisterwerke und ist Biafras Liebstes von all seinen Alben. </span></p>
<p><span lang="DE-CH">Im selben Jahr bricht Amerika aus, als George Bush eine Billion Steuerzahler Dollars am Tag während des Golf Krieges verpufft. Biafra’s „Die For Oil, Sucker“ ein Spoken Word Track ohne Musik wird zur bestverkauften Alternative Tentacles Single seit den Dead Kennedys. </span></p>
<p><span lang="DE-CH">Ein drittes Spoken Word Album, „I Blow Minds For A Living“ wird diesen Herbst veröffentlicht, um den Erfolg und die Nachwirkung der „Die For Oil…“-Single noch  auszudehnen. Der Zensur Anteil des Albums wird ausgeweitet um die verdeckten Fakten des zunehmend gewalttätigen Bush Ära Polizei Staates unter dem Deckmantel des Drogenkrieges, die versuchte Ermordung von Earth First (internationales Netzwerk von radikalen Umweltgruppen, die durch spektakuläre, direkte Aktionen auf sich aufmerksam machen) Aktivisten Judi Bari und Darryl Cherney, welche die Explosion einer Rohrbombe auf ihrer Fahrt durch Oakland überlebten. Ebenso enthalten ist die Hanf Legalisierungs-Hymne „Grow More Pot“ sowie die volle Nacherzählung von Biafra’s 1979er Wahlkampf.</span></p>
<p><span lang="DE-CH">Eine neuerliche extreme Generation von Alternative Tentacles Bands begann aufzusteigen, angeführt von NEUROSIS, GROTUS, TRIBE 8 und ZENI GEVA. Dann begann Biafra an den Arbeiten für das Best Of Album eines Künstlers, der zu keiner Zeit fassbar scheint, den äusserst begabten und unglaublich schrägen WESLEY WILLIS. Willis (* 31. Mai 1963; † 21. August 2003 in Chicago) war ein US-amerikanischer Musiker aus Chicago. Seine Musik ist gekennzeichnet durch Einfachheit und die teilweise bizarr wirkenden Texte, ähnlich einem Bewusstseinsstrom. Im Laufe seiner Musikkarriere komponierte er über 1000 Lieder. Im Jahr 1989 wurde bei ihm Schizophrenie diagnostiziert. Die Musik half ihm laut eigener Aussage, die Stimmen in seinem Kopf zu bekämpfen. Diese Thematik haben <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Goldenen_Zitronen" title="Die Goldenen Zitronen">Die Goldenen Zitronen</a>, mit denen Willis durch die USA tourte, in dem Lied Von den Dämonen des Wesley Willis (Album Lenin, 2006) aufgegriffen. In den frühen Tagen des Peer-to-Peer-Filesharings erlangte er vor allem im Internet Berühmtheit. Aber auch im Sparten-Musikkanal VIVA Zwei wurden z. B. in der Sendung Kamikaze (mit dem Moderator Niels Ruf) Ausschnitte einzelner seiner Videos gezeigt. Willis starb an den Folgen einer chronischen myeloischen Leukämie.</span></p>
<p><span lang="DE-CH">1993-94<o:p></o:p></span><span lang="DE-CH">Als Punk unglaublich retro, kommerzialisiert und einfach langweilig wurde, antwortete Biafra darauf mit der perfektesten aller Punk Gebärden: Schock. Zusammen mit MOJO NIXON und seiner Band THE TOADLIQUORS spielte er ein perfektes Roots und Country Album ein. „Prairie Home Invasion“. Der Albumtitel ist eine satirische Anspielung an die populäre amerikanische Radio Sendung „A Prairie Home Companion“. Diejenigen, die das Album erfassten, liebten es heiss, alle anderen waren fassungslos. Das Album enthielt wohl den ersten Anti-NAFTA Song „Burgers Of Wrath“ und eine Parodie des Judi Bari und Darryl Cherney Songs „Will The Circle Be Unbroken“, „Will The Fetus Be Aborted“. </span><span lang="DE-CH">Die selbsternannte Punk Bibel MAXIMUM ROCK’N’ROLL verbannte Alternative Tenctacles und liess keine Anzeigen mehr zu oder verweigerte die Besprechungen der Veröffentlichungen, da das Label nicht mehr Punk sei. Biafra gab dieser Mentalität einen Namen: „Punk Fundamentalismus“ und verwies darauf, wie ähnlich diese wiedergeborenen Hardliner, ihren Cousins, den religiösen Rechten sind. </span><span lang="DE-CH">Am 7. Mai 1994 wurde Biafra im 924 Tilman Street Club in Berkeley, Kalifornien, von Leuten attackiert, die ihm Ausverkauf vorwarfen. Ein Mann mit dem Übernahmen Cretin krachte während des Slamdancings in ihn. Bei diesem Zusammenstoss brach sich Biafra das Bein und es kam zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen diesen beiden Männern. Während des Streits schlug Cretin, Biafra zu Boden und fünf oder sechs seiner Freunde traten auf ihn ein, während sie  “Sellout Rock Star, tretet ihn!“ brüllten. Jello wurde darauf mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert, wie zwei mehrfach gebrochenen Kniescheiben. Eine Spoken-Word-Tour durch Kanada musste deswegen abgesagt und Pläne für die Aufnahmen eines Spoken-Word-Albums während dieser Tour, mussten verworfen werden.  </span></p>
<p><span lang="DE-CH">1994<o:p></o:p></span><span lang="DE-CH">Biafra veröffentliche sein viertes Spoken Word Album auf Alternative Tentacles „Beyond The Valley Of The Gift Police“. Während Amerika aufatmete und einen Seufzer der Erleichterung ausstiess, dass Bush weg vom Weissen Haus ist, weisst Biafra drauf hin, dass die Clinton Gang möglicherweise noch schlimmer ist, nicht wegen der Maulwurfshügel wie Whitewater, sondern wegen ihrer Animosität gegenüber Bürgerrechten und den Gesetzen bezüglich der Umwelt, der NAFTA und GATT Verträge. Biafra schreibt ein ungewöhnlich persönliches Stück darüber wie sein Blickwinkel auf die Welt sich bildete („Eric Meets The Moose Diarrhea Salesman“).</span><span lang="DE-CH">1996 – 1997<o:p></o:p></span><span lang="DE-CH">Im Mai 1997 wird das zweite volle Album von LARD auf Alternative Tentacles veröffentlicht, „Pure Chewing Satisfaction“. </span><span lang="DE-CH">Wiederum markieren neue Früchte auf Alterntive Tentacles die Rückkehr zur extremen und esoterischen Seite des Punk, wie DEAD AND GONE, LOGICAL NONSENSE, BUZZKILL, MAN IS THE BASTARD, FACEPULLER und die FIXTURES. Die schonungslose heavy Noise Seite wurde gepolstert durch den Zuzug von THRALL (ex GOD BULLIES), ULTRA BIDE, PACHINKO, ZEN GUERILLA und die einzigartige, mittelalterliche Folk beeinflusste Tschechische Gruppe, LIFE AFTER LIFE (ex PLASTIC PEOPLE OF THE UNIVERSE). Nach einer Brautwerbung, die zurück geht auf „Let Them Eat Jellybeans“ ist HALF JAPANESE mit dem Album „Bone Head“ auch endlich an Bord. </span><span lang="DE-CH"><img src="http://www.mtv.com/news/photos/a/album_covers_naughty/flipbook_102307/adds/deadkennedysnew.jpg" align="left" border="0" width="200" height="200" />Im Mai 1997 reflektierte der Staatsanwalt MICHAEL GUARINO über Biafras Frankenchrist Prozess in der Washington Post: „ die ganze Sache war eine Komödie der Missverständnisse“ meinte Guarino, der heute stellvertretender Dekan der juristischen Fakultät der John F. Kennedy Universität in Walnut Creek, Kalifornien ist. „Ungefähr in der Mitte des Prozesses realisierten wir, dass die Texte des Albums in vielen Fällen gesellschaftlich verantwortungsbewusst, sehr Anti-Drogen und Pro-Individuum sind. Wir waren eben ein paar junge Primadonna Anwälte“. Bis zum heutigen Tag erhält Guarino eine Menge Spott von Studenten und seiner eigenen Familie wegen seiner führenden Rolle im Prozess. “Mein Sohn verehrt Jello und spielt seine Musik die ganze Zeit. Also ist meine Strafe, dass ich jede Nacht alles anhören muss, was Biafra je aufgenommen hat.“ – Washington Post.</span></p>
<p><span lang="DE-CH">1998<o:p></o:p></span><span lang="DE-CH">Exakt zu den amerikanischen Präsidenten Wahlen erscheint Biafras fünftes Spoken Word Album „If Evolution Is Outlawed, Only Outlaws Will Evolve“. Mit dem Aufziehen des Untergangs der Label-Tochtergesellschaft ALLIED RECORDINGS am Horizont, bündelte Alternative Tentacles die Kräfte mit AK PRESS AUDIO um neue Spoken Word Aufnahmen von MUMIA ABU JAMAL (ein schwarzer US-Amerikaner, der 1982 in Philadelphia wegen Mordes an einem Polizisten sowie wegen Schusswaffenbesitzes angeklagt, für schuldig befunden und zum Tode verurteilt wurde. Er befindet sich seitdem in Haft, seit 1995 im Hochsicherheitsgefängnis SCI-Greene bei Waynesburg, Pennsylvania. Davor war er als Journalist, Politaktivist und zuletzt als Taxifahrer tätig. Die Tat- und Prozessumstände, in der Haft verfasste Artikel, Redebeiträge und Buchveröffentlichungen und ein weltweites Netzwerk von Unterstützern haben weltweit Aufsehen erregt. Abu-Jamals Anhänger und Verteidiger versuchen seine Freilassung zu erreichen, sind aber immer wieder damit gescheitert. Sie versuchen derzeit eine erneute Verhängung der Todesstrafe zu verhindern. Für den Fall der erneuten Verhängung der Todesstrafe hat der zuständige Gouverneur, der Demokrat <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Edward_Rendell" title="Edward Rendell">Edward Rendell</a>, klargemacht, dass er von seinem Gnadenrecht keineswegs Gebrauch machen wolle.), </span><span lang="DE-CH">NOAM CHOMSKY (Professor für Linguistik am <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Massachusetts_Institute_of_Technology" title="Massachusetts Institute of Technology">Massachusetts Institute of Technology</a> (MIT). Er entwickelte die nach ihm benannte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Chomsky-Hierarchie" title="Chomsky-Hierarchie">Chomsky-Hierarchie</a>. Seine Beiträge zur <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Allgemeine_Linguistik" title="Allgemeine Linguistik">allgemeinen Sprachwissenschaft</a> förderten den Niedergang des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Behaviorismus" title="Behaviorismus">Behaviorismus</a> und den Aufstieg der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kognitionswissenschaft" title="Kognitionswissenschaft">Kognitionswissenschaft</a>. Neben seiner linguistischen Arbeit gilt Chomsky als einer der bedeutendsten linken politischen Intellektuellen Nordamerikas und ist seit dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Vietnamkrieg" title="Vietnamkrieg">Vietnamkrieg</a> als scharfer Kritiker der US-amerikanischen Außen- und Wirtschaftspolitik weltweit bekannt. Dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Arts_and_Humanities_Citation_Index" title="Arts and Humanities Citation Index">Arts and Humanities Citation Index</a> von 1992 zufolge ist Chomsky im Zeitraum zwischen 1980 und 1992 die am häufigsten zitierte lebende Person der Welt gewesen. Er bezeichnet sich als <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anarchismus" title="Anarchismus">libertären Sozialisten</a> mit Sympathien für den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anarchosyndikalismus" title="Anarchosyndikalismus">Anarchosyndikalismus</a> und ist Mitglied der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Industrial_Workers_of_the_World" title="Industrial Workers of the World">Industrial Workers of the World</a>.), </span><span lang="DE-CH">HOWARD ZINN (war ein einflussreicher US-amerikanischer Historiker, Politikwissenschaftler und emeritierter Universitätsprofessor der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Boston_University" title="Boston University">Boston University</a>. Als Praktiker der „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_von_unten" title="Geschichte von unten">Geschichte von unten</a>“ bot Zinn eine Revision der amerikanischen Geschichtsschreibung. Sein Buch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/A_Peopleâs_History_of_the_United_States" title="A People’s History of the United States">A People’s History of the United States</a>, das in einer Auflage von mehr als einer Million erschienen ist, versucht die amerikanische Geschichte jeweils aus der Perspektive von sonst in der Geschichtsschreibung üblicherweise wenig beachteten Gruppen, darunter auch machtlosen „Opfern“ darzulegen. Zusammen mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Noam_Chomsky" title="Noam Chomsky">Noam Chomsky</a>, mit dem er bei mehreren Büchern zusammen gearbeitet hat, war Zinn eine der bekanntesten Figuren der <a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Linke_in_den_USA&amp;action=edit&amp;redlink=1" title="Linke in den USA (Seite nicht vorhanden)">amerikanischen Linken</a>. Zinn war auch ein entschiedener Kritiker der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/AuÃenpolitik_der_Vereinigten_Staaten" title="Außenpolitik der Vereinigten Staaten">Außenpolitik der Vereinigten Staaten</a>. Er war in der Bürgerrechtsbewegung und Friedensbewegung aktiv. Zinn schreibt: „Der Ausdruck ‚gerechter Krieg‘ ist in sich widersprüchlich. Krieg ist an sich ungerecht, und die große Herausforderung unsere Zeit ist, mit dem Bösen, der Tyrannei und der Unterdrückung zurecht zu kommen, ohne eine große Anzahl von Menschen zu töten.“) und </span></p>
<p><span lang="DE-CH">ANGELA DAVIS (ist eine US-amerikanische Bürgerrechtlerin, Philosophin, Humanwissenschaftlerin und Schriftstellerin, die in den 1970er-Jahren zur Symbolfigur der Bewegung für die Rechte von politischen Gefangenen wurde. Außerdem war sie in den Jahren 1980 sowie 1984 hinter <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gus_Hall" title="Gus Hall">Gus Hall</a> die Kandidatin der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kommunistische_Partei_(Vereinigte_Staaten)" title="Kommunistische Partei (Vereinigte Staaten)">Kommunistischen Partei der USA</a> für die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/VizeprÃ¤sident_der_Vereinigten_Staaten" title="Vizepräsident der Vereinigten Staaten">US-Vizepräsidentschaft</a>.).</span></p>
<p><span lang="DE-CH">Jello Biafra schloss sich ebenfalls der SPITFIRE TOUR an, einer Free Speech Tour von Musikern, Schauspielern und Aktivisten, welche sich über weltpolitische Themen äusserten. Die Tour war eine stetig wechselnde Plattform von Sprechern, von WOODY HARRELSON (amerikanischer Schauspieler „Natural Born Killers“ , „Larry Flint“ u.a.) PERRY FARRELL (JANE’S ADDICTION, PORNO FOR PYROS, Organisator der LOLLAPALOOZA-Festivals), ZACH DE LA ROCHA (RAGE AGAINST THE MACHINE) bis hin zum Fernsehkomiker ANDY DICK. </span></p>
<p><span lang="DE-CH">Im Oktober 1998 wurde Biafra von den restlichen Bandmitgliedern der Dead Kennedys verklagt, weil er die ihnen zustehenden Einnahmen aus den Verkäufen der Dead Kennedys Alben nicht ausgezahlt haben sollte. Nach Biafra war der Prozess die Folge seiner Weigerung, den grössten Hit der Band, die Single „Holdiday In Cambodia“ für einen Levi’s Werbespot freizugeben. Biafra lehnte die seiner Meinung nach unlauteren Wettbewerbsmethoden und Sweatshops von Levi Strauss &amp; Co ab. Die drei ehemaligen Mitglieder behaupteten, dass ihre Klage nichts mit Werbung zu tun habe, sondern mit Biafras Nichtauszahlung der Tantiemen und Nichtbewerbung der Alben. Biafra widersprach und behauptete wiederum, nicht an den Einnahmen der neuaufgelegten Studioalben und posthum veröffentlichten Livealben, die durch die Partnerschaft mit Decay Music (der Firma der ex-Dead Kennedys) an andere Labels verkauft wurden, beteiligt zu werden. Er beschwerte sich über die sterile Aufmachung, die schwache Qualität und über die veränderten Credits der Studio- und Live-Alben, in denen Lieder, für die Biafra allein verantwortlich war, als von der ganzen Band arrangiert ausgegeben werden. Der Rest der Band gründete sich als DK KENNEDYS wieder und ersetzte Biafra zunächst durch BRANDON CRUZ (ex Dr. Know), später durch JEFF PENALTY (ex THE EYLINERS und Musikdokumentarfilmer). Die Band sah sich allerdings aufgrund Biafras Fehlen der Kritik von Dead Kennedys Fans ausgesetzt.   </span></p>
<p><span lang="DE-CH">1999</span><span lang="DE-CH"> brachen in den Strassen von Seattle weltweite Frustrationen über das Einbrechen der totalitären Firmen Diktatur aus, die Versammlung der verachteten WORLD TRADE ORGANIZATION torpedierend. Biafra war dort und sprach zu kleinen und grossen Gruppierungen, inklusive der Ansammlung von über 7&#8242;000 Leuten der Vereinigten Stahlarbeiter Gewerkschaft. In der Nacht kamen Biafra, KRIST NOVOSELIC (NIRVANA, SWEET 75), KIM THAYIL (SOUNDGARDEN) und GINA MAINWAL (SWEET 75) als THE NO WTO COMBO zusammen, um für die Bewegung zu werben und traten im Showbox in Seattle auf. Geplant war allerdings, während den Demonstrationen zu spielen, aber aufgrund von massiven Krawallen musste der Auftritt abgesagt werden und in die Showbox ausserhalb der Sperrzone verlegt werden. An dieser Veranstaltung spielte ebenfalls die Hip-Hop Formation SPEARHEAD.  </span></p>
<p><span lang="DE-CH">2000<o:p></o:p></span><span lang="DE-CH">Biafra stiess das Millenium mit zwei neuen musikalischen Veröffentlichungen an: THE NO WTO COMBO „Live From The Battle In Seattle“ und die LARD EP „70’s Rock Must Die“. Alternative Tentacles liess mit der „Reissues Of Necessity“ Serie frühe Klassiker von THE DICKS, B.G.K., THE FARTZ, FALSE PROPHETS wieder aufleben und veröffentlichte ebenso die klassische 1982er Bay Area Compilation „Not So Quiet On The Western Front“. </span><span lang="DE-CH">Biafra zerriss sich, um den Prozess mit seinen ehemaligen Bandkollegen beizulegen, aber die ex-Dead Kennedys verweigerten sich. Ein gemeiner Schauprozess mit Ray, Klaus und D.H. nahm seinen Lauf, in dem diese beanspruchten, sämtliche Biafra Songs selber geschrieben zu haben, ein Komplott um Geld für sich herauszuschlagen, (welches längst bezahlt war) und entschädigt zu werden für die Mangelnde Promotion der Dead Kennedys. Zum sichtbaren Entsetzen, sogar des anklagenden Anwalts, fiel die Jury auf ihre Geschichten herein. </span><span lang="DE-CH">Die Bewegung gegen die Rolle der Konzerne und der Korruption nahm im April 2000 weiter Fahrt auf mit einem massiven Protest gegen die Weltbank und den Internationalen Währungsfonds in Washington D.C. gefolgt von massiven Störungen der Republikanischen und Demokratischen Conventions. </span></p>
<p><span lang="DE-CH">Biafra wurde von der NEW YORK STATE GREEN PARTY als Präsidentschafts Kandidat vorgeschlagen und einige Anhänger wurden zur Nominations Convention nach Denver gewählt. Trotz der Tatsache, dass seine Rede an der Convention von Denver sehr gut aufgenommen wurde, wählte die Partei mit überwältigendem Mehr Ralph Nader als ihren Präsidentschafts-Kandidaten, dessen Wahlkampf kräftig von MICHAEL MOORE unterstützt wurde. Nader und die Grüne Partei wuchsen enorm innerhalb der Punk Rock Gemeinschaft, mit Künstlern wie PATTI SMITH, PROPAGANDHI, THOUGHT RIOT, HUNGRY MARCH BAND und vielen anderen. </span></p>
<p><span lang="DE-CH">Eine neue alternative Medienbewegung schoss hervor. FREE SPEECH TV liess Biafra mit einer Kamera Crew auf die Republikanischen und Demokratischen Conventions los um für das INDEPENDENT MEDIA CENTER zu berichten. Der gewöhnliche Wahnsinn folgte. Biafra nannte diesen Basisinformationen Aufstand: Camcoder Wahrheits Jihad. Die ganzen  Geschichten und Reflektionen der Conventions, der 2000er Präsidenten Wahlkämpfe, der Grünen Partei, der Währungsfonds und H.O.P.E. Konferenzen aus dem vergangenen Jahr wurden gesammelt auf Biafras sechstem Spoken Word Album, treffend betitelt mit „Become The Media“. Jello prägte den Slogan: „Don’t hate the media, become the media“. Indymedia und verwandte alternative Medien benutzten diesen Ausspruch oft oder sie fügten seinen passenderen Slogan an: „Don’t hate the media, be the media“. </span></p>
<p><span lang="DE-CH">Ebenfalls im Jahr 2000 wurde er zum Schlüsselsprecher der H.O.P.E. 2000 („H“K“) Konferenz. Auch wenn Biafra Zeit seines Lebens nie einen Computer benutzt hat, so sahen die Teilnehmer ihn als fähig, aufschlussreiche Verbindungen zwischen Hacken und politischem Aktivismus zu zeichnen. Seither ist er regelmässig der Grundsatzredner an jeder H.O.P.E. Konferenz.</span></p>
<p><span lang="DE-CH">2001<o:p></o:p></span><span lang="DE-CH"><img src="http://www.thebaybridged.com/wp-content/uploads/2009/10/alternativetentacleslogo.jpg" align="left" border="0" width="200" height="200" />Währenddessen stemmte sich Alternative Tentacles mit Vollgas voran, riss Schranken nieder und brach Regeln in einer zunehmend spannenderen Musik Welt. Auf der Liste kamen neu hinzu: PHANTOM LIMBS, FLESHIES, THE CAUSEY WAY, THE PATERN, BLACK KALI MA (ex DICKS und SISTER DOUBLE HAPPINESS), LOS INFERNOS, RATOS DE PORAO und die erste Mutanten Country Band, SLIM CESSNA’S AUTO CLUB. Die „Reissues Of Necessity“ Serie wurde fortgesetzt mit klassichen So-Cal Hardcore von M.I.A. Andere neue Veröffentlichungen waren die reformierten FARTZ sowie die Rückkehr der VICTIM’S FAMILY. Alternative Tentacles lizensierte eine Zusammenstellung der britischen Band FLAMING STARS und veröffentlichte ein Album von IOWASKA. Ebenso neue Veröffentlichungen von MUMIA ABU-JAMAL und HALF JAPANESE. „Become The Media“ wurde veröffentlicht als der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten König Georg den 2. als neuen Präsidenten krönte und der Widerstand gegen die Globalisierung, den Konzern Feudalismus und Bu$h Amerika mit den längsten Anti-Antritts Demonstrationn seit der zweiten Zeit von Richard Nixon begann.</span><span lang="DE-CH">Im April 2001 übernahm Jello Biafra eine aktive Rolle in den Protesten gegen die Freihandelsabkommens Konferenz in Quebec. Er organisierte und beteiligte sich persönlich am Marsch der 70&#8242;000 (20&#8242;000 mehr als in Seattle) gegen die Freihandels Abkommens Konferenz in Quebec und als er zurückkehrte, stellte er fest, dass in den Massenmedien davon nirgends berichtet wurde. Diese Blackout Strategie wurde ebenfalls benutzt als mindestens 20&#8242;000 Leute in Göteborg gegen Bush und die EU demonstrierten. Die Polizisten zogen Pistolen und feuerten echte Kugeln in die Demonstranten wobei drei verletzt wurden. Einer davon sogar schwer. Ein Film beweist, dass ihm mehrere Male in den Rücken geschossen wurde, während er von den Cops floh. </span><span lang="DE-CH">Die unendliche Rede-Tour von Biafra zog sich weit in den Herbst hinein und beinhaltete weitere Spitfire Daten. Sie gipfelte in einem Auftritt mit Ralph Nader. Währenddessen weigerten sich die ehemaligen Dead Kennedys weiterhin beharrlich den Prozess beizulegen. Sie veröffentlichten sterile Versionen von allen CD’s, ausser „Fresh Fruit For Rotting Vegetables“ auf ihrem eigenen DECAY Label. Biafra billigt diese Re-Releases nicht und schlägt allen Leuten vor, welche diese Veröffentlichungen erwerben wollen, es nicht zu tun und zu überlegen, wohin ihr Geld fliessen wird. Ihre Live-Cd ist ebenfalls erbärmlich schwach produziert und wird nicht empfohlen.  </span></p>
<p><span lang="DE-CH"><img src="http://consequenceofsound.net/wp-content/uploads/2008/05/melvins.jpg" align="left" border="0" width="200" height="127" />Ab Mitte 2004 trat Biafra mehrfach mit THE MELVINS auf. Dieses Zusammenspiel wurde von den Leuten als THE JELVINS bezeichnet. </span></p>
<p><span lang="DE-CH">Zusammen veröffentlichten sie am 19. Oktober 2004 das Album „Never Breathe What You Can’t See“ als 300. Alternative Tentacles Veröffentlichung. Der Covertext behauptet, dass Mohammed Atta (World Trade Center Attentäter) und David Ashcroft (Generalbundesanwalt und Schlüssel Supporter des US Patriot Act) Biafra beim Text zu „Caped Crusader“ geholfen haben (in Wahrheit entlieh er ein paar Zeilen von jedem).   </span></p>
<p><span lang="DE-CH">2005</span><span lang="DE-CH"> trat Biafra in der 285. Folge der US-Serie THIS AMERICAN LIFE auf. In der Folge gab es ein Telefongespräch zwischen Biafra und Michael Guarino, dem Staatsanwalt des Zensurprozesses von 1986. Es ging um den Gesinnungswandel Guarinos und die Aussöhnung zwischen Guarino und Biafra.</span></p>
<p><span lang="DE-CH">Am 26. September 2006 erschien das zweite Album der Zusammenarbeit mit den Melvins, „Sieg Howdy!“. Es besteht aus Songs aus der gleichen Aufnahmesession wie das Album, welches im Oktober 2004 erschien, ergänzt mit Remixen von vier Songs dieser Platte, darunter solche von JACK ENDINO, DÄLEK und zum ersten Mal seit „Pure Chewing Satisfaction“ gab es wieder ein Zusammenwirken mit AL JOURGENSEN von Ministry.  Der Eröffnungssong des Albums ist eine Coverversion von ALICE COOPERS Klassiker „Halo Of Flies“, der eine besondere Bedeutung für Biafra und die Melvins hat, denn Jello hörte diesen Song als die Melvins ihn live coverten, wo er sie zum ersten Mal entdeckte. Ebenfalls enthalten ist eine aktualisierte Version von „California Ueber Alles“, über den „Recall“ Wahlkampf ARNOLD SCHWARZENEGGERS, welcher ihn ins kalifornische Gouverneurs Büro hievte, sowie der Song „Those Dump Punk Kids (Will Buy Anything)“ wo Biafra offen seine ehemaligen Dead Kennedys Bandmitglieder kritisiert. </span></p>
<p><span lang="DE-CH">Im Oktober 2006 wird sein achtes Spoken Word Album „In The Grip Of Official Treason“ veröffentlicht. </span></p>
<p><span lang="DE-CH">2007</span><span lang="DE-CH"> kam ihm an IGGY POP’s 60. Geburtstagskonzert im Warfield in San Francisco, zu dem er eingeladen wurde,  die Idee, seinen 50. Geburtstag ebenso zu feiern und dass es höchste Zeit sei, dazu wieder eine eigene Band zusammenzustellen. Zehn Jahre zuvor trug er schon den Gedanken mit sich, den Gitarristen RALPH SPIGHT (Victims Family, Frak Accident, Hellworms) und Drummer John Weiss (Sharkbeit, Honsey) zu engagieren. Die beiden arbeiteten schon mehrfach mit dem Bassisten BILLY GOULD (FAITH NO MORE) zusammen und so klopfte dieser bei der neuen Formation an. Nach einem Monat vollgestopft mit intensivem Proben, enterte die vierköpfige Band als JELLO BIAFRA AND THE AXIS OF MERRY EVILDOERS die Bühne während zweier restlos ausverkaufter Abende in der Great American Music Hall von San Francisco, dem ältesten und prachtvollsten Konzertsaal der Stadt. Sie reihten sich damit ein in den Reigen von Duke Ellington, Sarah Vaughan und Count Basie bis Van Morrison, the Grateful Dead und hin zu Bobby McFerrin. Anschliessend verbrachten sie die nächsten neun Monate damit, für das neue Album Projekt zu proben. Bevor sie das Studio betraten, rekrutierten sie KIMO BALL (FREAK ACCIDENT, CARNEYBALL JOHNSON, MOL TRIFFID, GRIDDLE) als weiteren Gitarristen. Das brachte den Sound der Gruppe durch die daraus resultierenden Twin Gitarren Attacken in neue noisige Höhengefilde.<br />
Das Quintett benannte sich um in JELLO BIAFRA AND THE QUANTANAMO SCHOOL OF MEDICINE und nahm die LP/CD „The Audacity Of Hype“ auf, welche im Oktober 2009 veröffentlicht wurde, produziert von Jello Biafra und abgemischt in den Prairie Sun Recording Studios von Cotati Kalifornien und den Hyde Street Studios von San Francisco von der Hip Hop Legende und Langzeit Mitverschwörer MATT KELLEY (HIEROGLYPHICS, TUPAC, DIGITAL UNDERGROUND, VICTIMS FAMILY).<o:p></o:p></span><span lang="DE-CH">Der Sound der Band erinnert viele an das Spion-Musik-auf Eis Chaos der Dead Kennedys während eine gesunde Dosis Detroit Proto-Punk dazugefügt wird, das ganze gemischt mit Schichten von Überschall Gitarrenkrach und Weiss’ Industrial Exkursionen in Metal Perkussionen. Aktuell erforscht das Album, wie die amerikanische Iraknophobia und Unsicherheit im Heimatland oben die Gesetzlosigkeit füttert („The Terror Of Tiny Town“) gegnüber unten einen unkontrollierbaren Polizeistaat und Klassenkrieg gegen die Basis („Three Strikes“, „Electronic Plantaton“). „Clean As A Thistle“ wird jeden Tag zeitgemässer, wenn „Familen Werte“-Angeber in sündigen Stelldicheins ertappt werden. Der Schlusspunkt des Albums „I Won’t Give Up“ bietet eine gereifte Obama-Hymne wie Change von der Bewegung von unten herrührt und nicht vom Glamour und prägnanten Zitaten von Oben. <o:p></o:p></span><span lang="DE-CH">Dreissig Jahre nachdem Jello Biafra sein erstes Album fertig gestellt hat, festigt und erweitert er seine kompromisslosen Visionen und aktualisiert diese für das neue Jahrhundert. Dies mit einer Kraftwerk Band die eine furchteinflössende Live Maschine darstellt. Jon’s Bruder und Bassisten Monster ANDREW WEISS (ROLLINS BAND, WEEN, BUTTHOLE SURFERS) ersetzt live den zu Faith No More zurückgekehrten Billy Gould. <o:p></o:p></span><span lang="DE-CH">Biafra ist aktives Mitglied der amerikanischen Green Party und nimmt weiter an politischen Aktionen teil, die seinen progressiven politischen Vorstellungen entsprechen. Er selbst sieht sich als demokratischer Anarchist. Er befürwortet zivilen Ungehorsam, um politische Änderungen zu bewirken, ruft die wahlmüden Amerikaner aber auch regelmässig zum Wählen von Oppositionsparteien auf. Biafra wurde durch seinen absurdistischen Umgang mit den Medien bekannt, um ganz in der Tradition der Yippies ernste Themen wie Bürgerrechte, soziale Ungerechtigkeit und die zunehmende Macht der Grosskonzerne zu beleuchten. Heute unterstützt er aktiv die I</span><span lang="DE-CH">raq Veterans Against the War</span><span lang="DE-CH"> (IVAW)</span><span lang="DE-CH">. IVAW ist eine Lobby Gruppierung der Irak-, Afghanistan und anderen Kriegsveteranen, welche seit dem 11. September 2001 aktiv gedient haben und gegen die Besatzung des Irak sind. Die Organisation befürwortet den sofortigen Abzug der Besatzungsmächte im Irak, Entschädigungszahlungen an den Irak, so dass das Irakische Volk in Zukunft ihr eigenes Leben bestimmen kann, sowie volle Unterstützung beim Wiederaufbau. Ebenfalls soziale, finanzielle und andere Unterstützung der heimkehrenden Soldaten, vor allem in ausreichender Medizinischer Betreuung (inklusive psychologischer Betreuung), welche bisher nur ungenügend oder gar nicht gewährleistet ist. </span><span lang="DE-CH">Biafra ist ein Sammler, der nicht nur Reviews lesen, sondern die gesamte Umwelt wahrnehmen möchte. Biafra: „Ich empfinde es als gefährlich, wenn man, anstatt in Zeitungen die gesamte Themen-Palette zu studieren, im Internet nur genau das liest, was einen interessiert. So nimmt man die anderen Dinge nicht mehr wahr, die Menschen sind leichter zu manipulieren.“ Jello verschickt keine Musik übers Netz und er konsumiert keine Sounds vor dem PC. Wer mit ihm musikalisch ins Geschäft kommen möchte, muss stets physische Tonträger zusenden, die der Inhaber von Alternative Tentacles dann zum Beispiel im Auto oder im Schlafzimmer laut anhören kann. Biafra: „Meine Freundin ist manchmal arg genervt, wenn ich im Schlafzimmer laut MINISTRY höre..“  Er kann weder verstehen, dass viele Leute Musik kostenlos konsumieren möchten, ohne, dass den Künstlern ihre Arbeit bezahlt wird („Im Underground zählt jeder Cent für jede Kopie, oft trennen sich wirklich gute Bands, bevor sie eine Platte einspielen konnten, und damit der Nachwelt erhalten bleiben…“), noch kann er verstehen, dass Leute ihre Vergangenheit permanent via „Twitter“ kommunizieren. „So etwas macht mich manchmal verrückt! Ich müsste gefeuert werden, wenn ich meine Zeit damit vertrödeln würde, ständig Ereignisse der Vergangenheit zu kommentieren, wenn ich doch stattdessen in dieser Zeit etwas Neues erschaffen könnte!“ Oder eben aktuelle Missstände anprangern. Die Vereinigten Staaten haben im Gegensatz zu den Tagen der Dead Kennedys (als der Republikanische Präsident Ronald Reagan amtierte) mit dem Demokraten Barack Obama derzeit ein sehr populäres Staatsoberhaupt. Dazu Biafra: „…doch es befinden sich immer noch Menschen im Gefängnis! Das ist das Problem! Obama sagte, er werde die Schicksale der Kriegsgefangenen der Bush-Regierung untersuchen, sie nicht einfach der Gefangenschaft preisgeben Bei dem Wunschdenken ist es wohl geblieben. Es schockiert mich, wenn ich mir vorstelle, was Deutschland oder die Welt wohl gesagt hätte, wären die Verbrechen der Nazis einfach ungesühnt vergessen worden, nach dem Motto „Lasst uns alle wieder Freunde sein und einfach so weitermachen“. Bullshit! Wie besorgt müssen wir sein, wenn die Nachfolger von Cheney, Rumsfeld oder Bush einfach weitermachen dürfen? Wie werden diese Leute, deren Namen man noch nicht einmal kennt, dann handeln? Wenn diese die Kriminalität weiterführen können, werden sie in vier, acht oder zwölf Jahren viel mächtiger sein. Dann wird es richtig schlimm kommen, weil sie beim „ersten Mal“ mit ihrer Kriminalität einfach so davon gekommen sind. Diese Leute der George W. Bush-Regierung gehören für ihre Taten ins Gefängnis! Und Obama behütet mit Robert Gates nun einen ihrer Köpfe! Gates war ein Mitarbeiter von William Casey, dem damaligen Chef der C.I.A., als jener seine Cowboy-Operation bezüglich der nikaraguanischen Contras durchzog. Nun gehört Gates zum Verteidigungsministerium, dabei sollte </span><span lang="DE-CH">er im Knast sitzen! Dennoch denke ich, Obama is a great guy!“</span><span lang="DE-CH">Studio Alben<o:p></o:p></span></p>
<ul type="disc">
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Fresh Fruit for Rotting Vegetables - September 1980 </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Plastic Surgery Disasters - November 1982 </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Frankenchrist - Oktober 1985 </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Bedtime for Democracy - November 1986 </span></li>
</ul>
<p><span lang="DE-CH">Live Alben<o:p></o:p></span></p>
<ul type="disc">
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">A Skateboard Party - August 1983 </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Mutiny on the Bay - Februar 2001 </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Live at the Deaf Club - März 2004 </span></li>
</ul>
<p><span lang="DE-CH"></span><span lang="DE-CH">Compilation Album<o:p></o:p></span></p>
<ul type="disc">
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Give Me Convenience or Give Me Death - Juni 1987 </span></li>
</ul>
<p><span lang="DE-CH">EPs<o:p></o:p></span></p>
<ul type="disc">
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">In God We Trust, Inc. - Dezember 1981 </span></li>
</ul>
<p><span lang="DE-CH"></span><span lang="DE-CH">Singles<o:p></o:p></span></p>
<ul type="disc">
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">California Über Alles - Juni 1979 </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Holiday in Cambodia - Mai 1980 </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Kill the Poor - Oktober 1980 </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Too Drunk to Fuck - Mai 1981 </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Nazi Punks Fuck Off! - November 1981 </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Bleed for Me - Juli 1982 </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Halloween - Dezember 1982</span></li>
</ul>
<p><span lang="DE-CH"></span><span lang="DE-CH">Videos<o:p></o:p></span></p>
<ul type="disc">
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">The Early Years Live - Juli 1987 </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">The Lost Tapes - Juli 2003 </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Live at DMPO&#8217;s on Broadway - Februar 2004 </span></li>
</ul>
<p><span lang="DE-CH"></span><span lang="DE-CH">Alben mit Lard<o:p></o:p></span></p>
<ul type="disc">
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Power of Lard - 1989 </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">The Last Temptation of Reid - 1990 </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Pure Chewing Satisfaction - 1997 </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">70&#8217;s Rock Must Die - 2000 </span></li>
</ul>
<p><span lang="DE-CH"></span><span lang="DE-CH">Album mit der No WTO Combo<o:p></o:p></span></p>
<ul type="disc">
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Live from the Battle in Seattle - 1999 </span></li>
</ul>
<p><span lang="DE-CH"><o:p></o:p></span><span lang="DE-CH"><o:p></o:p></span></p>
<p style="margin: auto 0in auto 0.5in"><span lang="DE-CH">Spoken word</span></p>
<p><span lang="DE-CH">Alben<o:p></o:p></span></p>
<ul type="disc">
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">No More Cocoons - 1987 </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">High Priest of Harmful Matter − Tales From the Trial - 1989 </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">I Blow Minds for a Living - 1991 </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Beyond the Valley of the Gift Police - 1994 </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">If Evolution Is Outlawed, Only Outlaws Will Evolve - 1998 </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Become the Media - 2000 </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Machine Gun in the Clown&#8217;s Hand - 2002 </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">In the Grip of Official Treason - 2006 </span></li>
</ul>
<p><span lang="DE-CH">EPs<o:p></o:p></span></p>
<ul type="disc">
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Die for Oil Sucker/Pledge of Allegiance - 1991 </span></li>
</ul>
<p><span lang="DE-CH">Singles<o:p></o:p></span></p>
<ul type="disc">
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">The Green Wedge - 2000 </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">The Big Ka-Boom, Part One - 2002 </span></li>
</ul>
<p><span lang="DE-CH">Collaboration Alben<o:p></o:p></span></p>
<ul type="disc">
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Last Scream Of The Missing Neighbors - 1989, mit D.O.A. </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Supernaut - 1990, mit 1000 Homo DJs (aufgeführ als Count Ringworm) </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">The Sky is Falling and I Want My Mommy - 1991, mit NoMeansNo </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Tumor Circus - 1991, mit Steel Pole Bathtub </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Prairie Home Invasion - 1994, mit Mojo Nixon </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Never Breathe What You Can&#8217;t See - 2004, mit The Melvins (aufgeführt als Osama McDonald) </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Sieg Howdy! - 2005, mit The Melvins </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">2005 - Hell&#8217;s Winter with Cage - &#8220;Grand Ol&#8217; Party Crash&#8221; (aufgeführt on the Cage als the voice of George W. Bush.) </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">J&#8217;Irai Chier dans Ton Vomi mit Metal Urbain - 2006 </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Cocked and Loaded with Revolting Cocks - &#8220;Viagra Culture&#8221; - 2006 </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Deadline mit Leftöver Crack - &#8220;Baby-Punchers&#8221; - 2007 </span></li>
</ul>
<p><span lang="DE-CH">Compilation Alben<o:p></o:p></span></p>
<ul type="disc">
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Terminal City Ricochet Soundtrack - 1989 </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Less Rock, More Talk: A Spoken Word Compilation - 2000 </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Apocalypse Always - 2002 </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Mob Action Against The State - 2002 </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Green Revolution - A Good Planet is Hard To Find - 2002 </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Dropping Food On Their Heads is Not Enough: Benefit For RAWA - 2002 </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Rock Against Bush, Vol. 1 - 2004 </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Radio 1190: The Local Shakedown Volume 2 - 2004 </span></li>
</ul>
<p><span lang="DE-CH"><o:p> </o:p></span><span lang="DE-CH">Guest Appearances<o:p></o:p></span></p>
<ul type="disc">
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">The Iceberg/Freedom of Speech&#8230;Just Watch What You Say (1989) von Ice-T — spoken word Sample auf &#8220;Shut Up, Be Happy&#8221; und &#8220;Freedom Of Speech&#8221; </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Chaos A.D. (1993) von Sepultura — co-writing und vocals auf &#8220;Biotech is Godzilla&#8221; </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Notes From Thee Underground (1994) von Pigface — contributions to &#8220;Hagseed&#8221; </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Ixnay on the Hombre (1997) von The Offspring — spoken word Teile für &#8220;Disclaimer&#8221; </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Just Trip (1997) von Life After Life — vocals auf &#8220;Still Is Still Moving To Me&#8221; </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Every Home A Prison (1997) von Coldcut — vocals auf &#8220;Every Home a Prison&#8221; und &#8220;Cloned Again&#8221; </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Deviant (2000) von Pitchshifter — spoken word parts für &#8220;As Seen on T.V.&#8221; </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Nation (2001) von Sepultura — vocals auf &#8220;Politricks&#8221; </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">War (If It Feels Good, Do It) (2004) von various artists — spoken word sampled auf &#8220;Nobody Cares (Die For Oil Sucker)&#8221; von the DJs of Mass Destruction </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">The Code Is Red&#8230;Long Live the Code (2005) von Napalm Death — vocals auf &#8220;The Great and the Good&#8221; </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Broker&#8217;s Banquet (2005) von The Yuppie Pricks — vocals auf &#8220;Damn, It Feels Good To Be A Yuppie&#8221; </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Rio Grande Blood (2006) von Ministry — vocals auf &#8220;Ass Clown&#8221; </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Cocked and Loaded (2006) von Revolting Cocks — lead vocals auf &#8220;Dead End Streets&#8221; </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Liberty Toast (2006) von Disaster Strikes — backing vocals auf &#8220;Mission Accomplished&#8221; </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">J&#8217;Irai Chier dans ton Vomi (2006) von Métal Urbain — Produzent</span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Grand &#8216;ol Party Crash (2006) von Cage </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Children of the Secret State (2006) von Throw Rag </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Pandelirium (2006) von The Legendary Shack Shakers — vocals auf &#8220;Ichabod!&#8221; und &#8220;No Such Thing&#8221; </span></li>
</ul>
<p><span lang="DE-CH">Filmography<o:p></o:p></span></p>
<ul type="disc">
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Lovedolls Superstar, von Dave Markey (1986) </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Tapeheads, von  Bill Fishman (1988) </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Terminal City Ricochet (1990) </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Highway 61, von  Bruce McDonald (1991) </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Skulhedface, von Melanie Mandl (1994) </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Mary Jane&#8217;s Not a Virgin Anymore, von Sarah Jacobson (1997) </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">The Widower (1999) </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Virtue (1999) </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Bikini Bandits, von  Steve und Peter Grasse (2002) </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Death and Texas (2004) </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Punk: Attitude (2004) </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">We Jam Econo: The Story Of The Minutemen (2005) </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Punk&#8217;s Not Dead, von  Susan Dynner (2006) </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">Whose War?, von Donald Farmer (2006) </span></li>
<li style="margin: 0in 0in 0pt" class="MsoNormal"><span lang="DE-CH">American Drug War: The Last White Hope, von Kevin Booth(2007) </span></li>
<li><span lang="DE-CH">Nerdcore Rising, von Negin Farsad (2008)<font face="Times New Roman"> </font></span></li>
</ul>
<p><span lang="DE-CH"></span></p>
<p><span lang="DE-CH">Links:</span></p>
<ul>
<li><span lang="DE-CH"></span><span lang="DE-CH"><span lang="DE-CH"><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jello_Biafra">http://de.wikipedia.org/wiki/Jello_Biafra</a></span></span><span lang="DE-CH"><span lang="DE-CH"><o:p> </o:p></span></span></li>
<li><span lang="DE-CH"><span lang="DE-CH"><o:p><a href="http://www.alternativetentacles.com/">http://www.alternativetentacles.com/</a></o:p></span></span></li>
<li><span lang="DE-CH"><span lang="DE-CH"><o:p></o:p></span><span lang="DE-CH"><o:p><a href="http://www.myspace.com/jellobiafraandthegsm">http://www.myspace.com/jellobiafraandthegsm</a></o:p></span></span></li>
<li><span lang="DE-CH"><span lang="DE-CH"><o:p></o:p></span><span lang="DE-CH"><o:p><a href="http://www.laut.de/wortlaut/artists/b/biafra_jello/">http://www.laut.de/wortlaut/artists/b/biafra_jello/</a></o:p></span></span></li>
<li><span lang="DE-CH"><span lang="DE-CH"><o:p></o:p></span><span lang="DE-CH"><o:p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dead_Kennedys">http://de.wikipedia.org/wiki/Dead_Kennedys</a></o:p></span></span></li>
</ul>
<p><span lang="DE-CH"><span lang="DE-CH"><o:p></o:p></span></span> <span lang="DE-CH"><span lang="DE-CH"><o:p></o:p></span><span lang="DE-CH"><o:p></o:p></span> </span><iframe src="http://player.vimeo.com/video/6382881" width="600" frameborder="0" height="440"></iframe><a href="http://vimeo.com/6382881"></a></p>
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		<item>
		<title>Kinotipp: SEED WARRIORS - Kampf gegen das Aussterben der Artenvielfalt</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Aug 2010 13:24:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bitxidenda</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[economics]]></category>

		<category><![CDATA[food]]></category>

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		<description><![CDATA[Ab 26.08.2010 in den deutschschweizer Kinos:
SEED WARRIORS
Dok über den Kampf gegen das Aussterben der Artenvielfalt.
Im norwegischen Svalbard, 1000 Kilometer vom Nordpol entfernt, wird mit viel politischer Prominenz die Einweihung eines Bunkers gefeiert. Es ist das angeblich sicherste Gebäude dieser Art auf der Welt: Gefeit gegen Naturkatastrophen, Klimaveränderungen und selbst Nuklearkriege. Hier sollen bald drei Millionen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ab 26.08.2010 in den deutschschweizer Kinos:</p>
<h1><a href="http://seedwarriors.org/de/" target="_blank">SEED WARRIORS</a></h1>
<h3>Dok über den Kampf gegen das Aussterben der Artenvielfalt.</h3>
<p>Im norwegischen Svalbard, 1000 Kilometer vom Nordpol entfernt, wird mit viel politischer Prominenz die Einweihung eines Bunkers gefeiert. Es ist das angeblich sicherste Gebäude dieser Art auf der Welt: Gefeit gegen Naturkatastrophen, Klimaveränderungen und selbst Nuklearkriege. Hier sollen bald drei Millionen in Folie gewickelte Samenproben aus aller Welt lagern und das Weiterbestehen der Artenvielfalt gewährleisten.</p>
<p>Doch ist der Traum der globalen Nahrungsmittelsicherung eine blosse Utopie? Bis 2050 werden die Temperaturen voraussichtlich weltweit um mindestens 2 Grad steigen. Dies führt zu riesigen Einbussen bei der gesamten Nahrungsmittelproduktion - mancherorts bis zu 30 Prozent. Bis dahin wird sich der globale Nahrungsbedarf verdoppelt haben. Wie werden wir die Weltbevölkerung ernähren?</p>
<p>Im von Dürre geplagten Kenia lernen wir Zachary Muthamia kennen, den Direktor der nationalen Genbank. Er setzt die wenigen ihm zur Verfügung stehenden Mittel dazu ein, die Biodiversität seines Landes zu sichern und Kopien von Kenias einzigartigem pflanzlichen Erbgut für den Transport nach Norwegen vorzubereiten, bevor seine Energie fressenden Generatoren endgültig stehen bleiben. Und in Nairobi treffen wir auf Marianne Bänziger, die weltweit führende Mais-Expertin. Sie will sich dieselbe Biodiversität zu Nutze machen, um nicht-genmodifiziertes Saatgut zu entwickeln, das einen 20 bis 30 Prozent höheren Ernteertrag liefert als die heutigen Samen und der Dürre trotzen kann. Doch die Zeit wird knapp.<br />
[Pressetext]</p>
<p><object width="480" height="270"></p>
<param name="movie" value="http://www.dailymotion.com/swf/video/xc41wk?additionalInfos=0"></param>
<param name="allowFullScreen" value="true"></param>
<param name="allowScriptAccess" value="always"></param><embed src="http://www.dailymotion.com/swf/video/xc41wk?additionalInfos=0" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" allowscriptaccess="always" width="480" height="270"></embed></object><br />
<strong><a href="http://www.dailymotion.com/video/xc41wk_seed-warriors-official-trailer_shortfilms">Seed Warriors Official Trailer</a></strong><br />
<em></p>
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		<item>
		<title>08.08. Infoveranstaltung zur Menschenrechtssituation in Kolumbien</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Aug 2010 08:38:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bitxidenda</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<category><![CDATA[infos]]></category>

		<category><![CDATA[lateinamerika]]></category>

		<category><![CDATA[politix]]></category>

		<category><![CDATA[society]]></category>

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		<description><![CDATA[Sonntag, 08.08.2010, 19 Uhr, Loge Luzern:
Ein Aktivist des Comite Permanente por la Defensa de los derechos Humanos spricht über:


die Menschenrechtslage in Kolumbien


den politischen-, sozialen-, und bewaffneten Konflikt


die sozialen und demokratischen Alternativen zur aktuellen Situation


Seit über 60 Jahren bestimmt ein politischer und sozialer Konflikt zwischen einer linksgerichteten Guerilla, paramilitärischen Gruppen und dem kolumbianischen Militär weite Teile [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sonntag, 08.08.2010, 19 Uhr, Loge Luzern:</p>
<h3>Ein Aktivist des Comite Permanente por la Defensa de los derechos Humanos spricht über:</h3>
<ul>
<li>
<h4>die Menschenrechtslage in Kolumbien</h4>
</li>
<li>
<h4>den politischen-, sozialen-, und bewaffneten Konflikt</h4>
</li>
<li>
<h4>die sozialen und demokratischen Alternativen zur aktuellen Situation</h4>
</li>
</ul>
<p><strong>Seit über 60 Jahren bestimmt ein politischer und sozialer Konflikt zwischen einer linksgerichteten Guerilla, paramilitärischen Gruppen und dem kolumbianischen Militär weite Teile des Lebens in Kolumbien.</strong></p>
<p>Hunderttausende Menschen wurden in dieser Zeit ermordet, unzählige vertrieben. Paramilitärische Einheiten<br />
werden von den offiziellen Streitkräften geduldet und unterstützt, verfolgen Oppositionelle und zeichnen<br />
sich für diverse Massaker verantwortlich. Auch hohe politische Amtsträger sind eng mit den paramilitärischen<br />
Strukturen verbandelt. In diesem Klima der Gewalt verlieren Menschenleben scheinbar ihren Wert.</p>
<p>[<u><font color="#999999"><a href="http://ch.indymedia.org/media/2010/07//76950.pdf" target="_blank">Flyer</a></font></u>]</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Hi Sunday, 01.08.</title>
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		<comments>http://www.bitxidenda.ch/?p=727#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 01 Aug 2010 08:26:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bitxidenda</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[sunday matinee]]></category>

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		<description><![CDATA[



]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><embed src="http://www.youtube.com/v/SwBmtA4dvi4&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" wmode="transparent" width="600" height="361"></embed></p>
<p><embed src="http://www.youtube.com/v/ZG4i-aYGshI&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" wmode="transparent" width="600" height="361"></embed></p>
<p><embed src="http://www.youtube.com/v/9H_t0tpRhmU&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" wmode="transparent" width="600" height="361"></embed></p>
<p><embed src="http://www.youtube.com/v/XuYnf6FVTrg&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;" wmode="transparent" width="600" height="361"></embed></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Warum heute nicht mehr 68 ist&#8221; - Autonome Sommeruni in Luzern</title>
		<link>http://www.bitxidenda.ch/?p=726</link>
		<comments>http://www.bitxidenda.ch/?p=726#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 28 Jul 2010 13:58:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>downi</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[culture]]></category>

		<category><![CDATA[economics]]></category>

		<category><![CDATA[infos]]></category>

		<category><![CDATA[news]]></category>

		<category><![CDATA[politix]]></category>

		<category><![CDATA[science]]></category>

		<category><![CDATA[society]]></category>

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		<description><![CDATA[Zeitdiagnosen des Neoliberalismus und linke  (Un-)Möglichkeiten der Kritik
Im Osten beginnt nicht mehr der Kommunismus. Der Sozialstaat verkam  zum Schimpfwort der Politik. Der Vorgesetzte wurde zum Teamkollegen.  Frauen dürfen wählen und werden Bundesrätinnen. Der  Wireless-Internetzugang ersetzte die Stempeluhr. Die schweren Industrien  haben sich verschoben. Die Stadt ist Fabrik und Marketing-Zone  [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4><strong><strong>Zeitdiagnosen des Neoliberalismus und linke  (Un-)Möglichkeiten der Kritik</strong></strong></h4>
<p>Im Osten beginnt nicht mehr der Kommunismus. Der Sozialstaat verkam  zum Schimpfwort der Politik. Der Vorgesetzte wurde zum Teamkollegen.  Frauen dürfen wählen und werden Bundesrätinnen. Der  Wireless-Internetzugang ersetzte die Stempeluhr. Die schweren Industrien  haben sich verschoben. Die Stadt ist Fabrik und Marketing-Zone  zugleich. 1984 ist schon lange her und die Videokameras sind  installiert. Und der Kapitalismus bleibt auch in einer seiner grössten  Krise scheinbar unerschüttert.</p>
<p><img src="http://denknischen.files.wordpress.com/2010/07/sommeruni_web.jpg?w=640&amp;h=897" align="left" height="507" width="364" /></p>
<p>In den letzten Jahrzehnten haben sich die westlichen Gesellschaften  einem tief greifenden Wandel unterzogen. Das Ende des Kommunismus, die  neoliberale Ideologie, neue Technologien und Produktionsmethoden, die  Globalisierung – Prozesse, welche nicht nur dem Kapitalismus ein neues  Gesicht gegeben haben, sondern auch zu einer Krise der traditionellen  linken Kritik führte. Im Gegenzug haben Wirtschaftsliberale bereits das  Ende der Geschichte verkündet und „das Beste aller Systeme“ für ewig  erklärt. Die alten Konzepte linker Kritik scheinen entweder verstaubt  oder wurden in den Kapitalismus integriert.</p>
<p>Diese Vortrags- und Diskussionsreihe will deshalb einige Aspekte der  Veränderungen der letzten Jahrzehnte unter die Lupe nehmen und nach den  Möglichkeiten linker Kritik im neoliberalen Zeitalter fragen.</p>
<p><em><strong>Denn das Ende der Geschichte, my ass!</strong></em></p>
<p>Vorträge mit offener Diskussion jeweils Montags und Mittwochs von  19.30 – 21.30 Uhr; plus Samstag, 28.8. 13.00-17.00 Uhr mit einer  Abschlussdiskussion.</p>
<p><strong>Ort: Ulkulturum, Baselstrase 9, Luzern. </strong><strong><a href="http://www.denknischen.ch/" target="_blank">www.denknischen.ch </a></strong></p>
<p>——————————————————————————————————————————————————</p>
<p><em>Montag, 16.08.2010, 19.30, Jonas Aebi</em><br />
<strong>Fit für den Postfordismus?<br />
Das Ende der Sozialdemokratie </strong></p>
<p>In den 60er-Jahren schien die Welt in Ordnung: Die Wirtschaft wuchs ins unermessliche. Dank den Gewerkschaften wurden alle Arbeitenden an dem Wohlstand beteiligt und die Anderen durch den Sozialstaat gesichert. Die soziale Marktwirtschaft wurde zum Zauberwort. Dann kam der Crash, das Wachstum fiel und ein neuer Liberalismus erblickte die Welt. Doch der Crash der 70er-Jahre war nicht bloss ein Rückschlag der sozialen Marktwirtschaft, sondern zeigte deren Unmöglichkeit für die Zukunft auf. Denn er leitete einen grundlegenden Wandel der Wirtschaft ein, welche durch sozialdemokratische Politik nicht mehr reguliert werden kann. Diesen wahrzunehmen verweigern sich Gewerkschaften und SP heute noch. Zeit, sie systematisch zu thematisieren.</p>
<p>————————————————————————————————————————————————</p>
<p><a title="delascasas" name="delascasas"></a><em>Mittwoch, 18.08.2010, 19.30, M. De las Casas</em><br />
<strong>Soziale Kontrolle in der Postmoderne<br />
Eine kritische Betrachtung aktueller Kriminalpolitik</strong></p>
<p>Wegweisung, Videoüberwachung, Verbot von Littering und Plakatieren, Einschränkung der Demonstrationsfreiheit… Die Luzerner Politik ist mit ihrer neuen Kultur der sozialen Kontrolle nicht allein: Auf nationaler Ebene wird der Ruf nach längeren und härteren Strafen laut, im Strafrecht findet eine Vorverschiebung und Ausweitung der Strafbarkeit statt und die lebenslange Verwahrung ist inzwischen auch in der Schweiz Realität. Währenddessen wurde und wird Europa u.a. mit den Abkommen und Verordnungen von Schengen/Dublin zur Festung ausgebaut. In einer von Entsolidarisierung und Unsicherheit geprägten Gesellschaft findet durch Ausgrenzung und Kriminalisierung des Nichtkonformen eine neue Vergesellschaftung statt, die Feindbildung nimmt zu. Bei diesem Prozess zeigen immer mehr Staaten auch von höchster Stelle offen ihre Ignoranz gegenüber den in Menschenrechtschartas festgehaltenen Werten der Moderne.<br />
Der Vortrag untersucht die jüngste Entwicklung einer Sicherheitsgesellschaft im Lichte des Bedeutungsverlustes der Menschenrechte.</p>
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<p><a title="sarah" name="sarah"></a><em>Montag, 23.08.2010, 19.30, Sarah Schilliger</em><br />
<strong>Who cares? Aktuelle Umbrüche in der Care-Ökonomie</strong></p>
<p>Who cares – Wer leistet all die unverzichtliche Arbeit im Privathaushalt?<br />
Noch immer sind es meistens Frauen, die Care-Arbeit leisten – ohne grosse gesellschaftliche Anerkennung. Diese „Selbstverständlichkeit“ löst sich jedoch zunehmend auf, u.a. wegen der stark gestiegenen Erwerbstätigkeit der Frauen.<br />
Um diese „Lücke“ zu schliessen, wird Care-Arbeit zunehmend in Lohnarbeit umgewandelt und auf dem globalisierten Weltmarkt angeworben: Die Polin, die den Opa rund um die Uhr pflegt, die Au-Pair aus Rumänien, die sich um die Kinder kümmert, die papierlose Frau aus Equador, die Wohnungen putzt.<br />
Im Vortrag geht es um aktuelle Umbrüche in der Care-Ökonomie, um die prekären Arbeits- und Lebensverhältnisse von migrantischen Care-Arbeiterinnen in der Schweiz und um Alternativen der gesellschaftlichen Organisation von Care-Arbeit jenseits von Geschlechterungleichheit und Prekarität.</p>
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<p><a title="daniel" name="daniel"></a><em>Mittwoch, 25.08.2010, 19.30, Daniel Mullis</em><br />
<strong>Neoliberale Stadt<br />
Entwicklungen und Folgen einer neoliberalen Stadtpolitik</strong></p>
<p>In den letzten vier Jahrzehnten hat der Neoliberalismus zu einem grundlegenden Wandel in vielen Bereichen geführt. Diesem Wandel konnten sich auch die Städte als Systeme und Lebensräume nicht entziehen. Weltweit traten sie in das Geflecht konkurrierender Unternehmerischer Städte ein und begannen sich als ökonomische Akteure zu positionieren. Privatisierungen von öffentlichen Einrichtungen, Kommodifizierung von Allgemeingut und die massive Aufwertung von ganzen Quartieren mit dem Effekt der Gentrification waren nicht selten die Folge dieser Anpassung. Dadurch wurden Städte selbst zu Motoren der sozialen Segregation und zum Antreiber der neoliberalen Globalisierung.<br />
Im Vortrag soll dieser Prozess anhand aktueller Beispiele veranschaulicht und  theoretisch aufgearbeitet werden.</p>
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<p><a title="matthias" name="matthias"></a><em>Samstag, 28.08.2010, 13.00, Matthias Luterbach</em><br />
<strong> Was geht, wenn die Novartis von flachen Hierarchien spricht?</strong></p>
<p>Flach und Hierarchisch sind offensichtliche Widersprüche. In der Novartis wird im Zusammenhang mit der eigenen Arbeitsorganisation der Ausdruck „flache Hierarchien“ trotzdem oft und gerne verwendet. Auch Begriffe die vor vierzig Jahren noch vor dem Staatsschutz verdächtig machten, wie „Netzwerke“, „die Abschaffung entfremdeter Arbeit“, „Eigenverantwortung“ und „Koordinatoren statt Chefs“ sind heute Teil des Selbstverständnisses der Novartis.<br />
Im Vortrag will ich darlegen, was hinter diesen Begriffen steckt, wenn die Novartis sie verwendet und was im Betrieb passiert, wenn diese in die Arbeitsorganisation integriert werden.</p>
<p><strong>nach dem Vortrag: Abschlussdiskussion</strong></p>
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		<title>Schleifung der Überkapazitäten - Interview mit Robert Kurz</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Jul 2010 11:14:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>downi</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[economics]]></category>

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		<description><![CDATA[Der  Krisentheoretiker  Robert Kurz hat bereits mit seinem 1991 publizierten Buch &#8220;Der Kollaps der Modernisierung&#8221; den Kapitalismus als Wirtschaftssystem analysiert, welches aufgrund seiner eigenen Widersprüche, vornehmlich der Verdrängung menschlicher Arbeit durch Wissenschaft und Technik und den damit zunehmenden Schwierigkeiten bei der Erzeugung von Profit, alles andere als die beste aller ökonomischen Welten darstellt. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4>Der <span class="link"> Krisentheoretiker</span> <span class="link"> Robert Kurz</span> hat bereits mit seinem 1991 publizierten Buch &#8220;Der Kollaps der Modernisierung&#8221; den Kapitalismus als Wirtschaftssystem analysiert, welches aufgrund seiner eigenen Widersprüche, vornehmlich der Verdrängung menschlicher Arbeit durch Wissenschaft und Technik und den damit zunehmenden Schwierigkeiten bei der Erzeugung von Profit, alles andere als die beste aller ökonomischen Welten darstellt. Anders als der überwiegende Teil der Globalisierungskritiker erklärt er aber die aktuelle globale Krise nicht mit den moralischen Verfehlungen einer korrupten Manager- und Politiker-Kaste, sondern deutet sie als Folge der Widerspruchsdynamik eines Systems, das in seinem krisenhaften Verlauf sämtlichen Lebensbereichen seine Funktionslogik aufherrscht.</h4>
<p><em>Reinhard Jellen <span class="date">18.07.2010</span></em></p>
<p class="fliess"> <!--IV-->  <!--IV_FRAGE--></p>
<p class="fliess"><strong>Herr Kurz, in den letzten drei Jahren hat die Wirtschaftskrise drei Transformationsstadien hervorgebracht: Von der Immobilienkrise zur Finanzkrise, von der Finanzkrise zur Wirtschaftskrise und von der Wirtschaftskrise zur Währungskrise. Inwiefern lassen sich diese drei sich verschärfenden Krisenphasen mit ihrem Konzept der allgemeinen Wirtschaftskrise des Kapitalismus erklären?</strong><!--/IV_FRAGE_TEXT--></p>
<p><!--/IV_FRAGE-->   <!--IV_ANTW--></p>
<p class="fliess-iv"><span class="iv"><!--IV_ANTW_NAME-->Robert Kurz:<!--/IV_ANTW_NAME--></span> <!--IV_ANTW_TEXT--> Jene drei Transformationsstadien bilden nur die Oberfläche der Erscheinungen ab. Die Immobilienkrise war der Auslöser für eine seit langem schwelende Schulden- und Finanzkrise. Diese hat ihre Ursache nicht in sogenannten spekulativen Exzessen gegenüber einer an sich &#8220;gesunden&#8221; Normalwirtschaft, sondern umgekehrt: Die Schulden- und Finanzblasen waren eine Folge mangelnder realer Verwertung des Kapitals. Schon immer ist der Kreditüberbau kein äußerer Faktor, sondern integraler Bestandteil der kapitalistischen Warenproduktion und mit dieser verschränkt. In den letzten beiden Jahrzehnten hat sich dieses innere Verhältnis zu einer strukturellen Abhängigkeit der sogenannten Realwirtschaft von den Finanzmärkten gesteigert. Deshalb musste die Finanzkrise zu einem historischen Einbruch der Konjunktur führen.</p>
<p class="fliess-iv"> <span class="text_grau">Mexiko-, Asien-, Russland- und Dot-Com-Krise</span><br />
Alle Momente jener drei Stadien waren schon in der dichten Abfolge von Krisen seit der ersten Zahlungsunfähigkeit Mexikos 1982 enthalten. Zunächst schien es sich nur um eine Schuldenkrise der Peripherie zu handeln, die aber schon bald die kapitalistischen Zentren erreichte. Anfang der 1990er Jahre platzte die japanische Immobilienblase und der Nikkei-Index schrumpfte auf ein Viertel seines Höchststandes. Von der daraus folgenden Bankenkrise und binnenkonjunkturellen Stagnation hat sich Japan bis heute nicht erholt. Mitte der 1990er Jahre brach die Verschuldung der asiatischen Tigerstaaten in Fremdwährung (Dollar) zusammen und führte zu einer Währungskrise mit einer scharfen Rezession. Ähnliche Erscheinungen waren bei den Finanzkrisen Russlands am Ende der Jelzin-Ära und Argentiniens um die Jahrhundertwende zu beobachten. 2001 platzte weltweit die Dotcom-Blase und die &#8220;neuen Märkte&#8221; mit ihrer astronomischen Börsenkapitalisierung von Internet-Klitschen verschwanden von der Bildfläche, was eine kurze globale Rezession nach sich zog.</p>
<p class="fliess-iv"> <span class="text_grau">&#8220;Größte Immobilienblase aller Zeiten&#8221;</span><br />
Alle diese Krisen hatten eines gemeinsam: Sie waren weltregional oder sektoral beschränkt und schienen deshalb bewältigbar, vor allem durch eine Niedrig- oder Nullzinspolitik der Notenbanken, für die Japan das Muster geliefert hatte. Diese Geldschwemme der Notenbanken, insbesondere der US-amerikanischen Fed, brachte nicht nur die größte Immobilienblase aller Zeiten hervor, sondern nährte damit auch eine ungeahnte Defizitkonjunktur, die sich vor allem im pazifischen Defizitkreislauf zwischen den USA und China niederschlug und für einige Jahre die Weltwirtschaft mitnehmen konnte. Noch im Frühsommer 2008 wurde der Boom von den Wirtschaftsinstituten auf Jahrzehnte hinaus hochgerechnet, obwohl allen die &#8220;Ungleichgewichte&#8221; der pazifischen Export-Einbahnstraße bewusst waren. Aber das Problem wurde heruntergespielt und nicht mehr ernst genommen angesichts der scheinbaren Faktizität eines &#8220;finanzgetriebenen Wachstums&#8221;.</p>
<p class="fliess-iv"> <span class="text_grau">&#8220;Globale Kettenreaktion&#8221;</span><br />
Der Bankrott von Lehman Brothers im Herbst 2008 brachte es an den Tag, dass die globalisierte Finanzblasen-Ökonomie in Wirklichkeit restlos ausgereizt war. Die davon ausgelöste globale Kettenreaktion erfasste nicht nur alle Zentren gleichzeitig, sondern auch die letzten Winkel des Weltsystems von Island bis Kasachstan. Der globalen Defizitkonjunktur ging der Sprit aus. Dieser Einbruch war mit einer zusätzlichen Geldschwemme der Notenbanken nicht mehr bewältigbar. Überall musste der Staatskredit in einer Dimension einspringen, die selbst die früheren Kriegswirtschaften übertraf. Die Rettungspakete für das Bankensystem haben die Bilanzen nicht saniert, sondern nur vorläufig über Wasser gehalten. Zusätzliche staatliche Konjunkturprogramme in derselben Größenordnung konnten den totalen Absturz zwar auffangen, aber das Problem wurde nur von den Finanzblasen auf die Staatsfinanzen verlagert.</p>
<p class="fliess-iv"> <span class="text_grau">&#8220;Allgemeine Krise der Staatsfinanzen&#8221;</span><br />
Die Konsequenzen machten sich zuerst am drohenden Staatsbankrott Griechenlands und einer damit verbundenen Krise der europäischen Währungsunion geltend. Griechenland bildet das schwächste Kettenglied in der Euro-Zone und diese das schwächste Kettenglied im Weltwährungssystem, weil der <span class="link"> Euro</span>  auf völlig disparate nationale Produktivitätsniveaus mit unterschiedlicher Kapitalstärke als Kunstwährung aufgesetzt wurde und nur tauglich für die einseitigen Exportströme der Defizitkonjunktur war. Diese Währungskrise hat aber eine andere Qualität als die früheren; sie ist der Vorbote für eine allgemeine Krise der Staatsfinanzen, die nicht nur die zentralen EU-Staaten wie die BRD, Frankreich und Großbritannien erfassen wird, sondern auch die USA und China. Gegenwärtig möchte man sich damit trösten, dass die Rettungspakete das &#8220;Vertrauen&#8221; in das marode Finanzsystem wieder herstellen bzw. die Berge an faulen Krediten wieder in handelbare Papiere zurückverwandeln würden, während die immensen Konjunkturprogramme den &#8220;Anschub&#8221; für eine neue selbsttragende Weltkonjunktur abgeben sollen. Dieser Entwarnungsdiskurs, der an der Oberfläche der Erscheinungen klebt und sich von Quartal zu Quartal hangelt, hat aber die Rechnung ohne den Wirt der zugrunde liegenden kapitalistischen Systemgesetzlichkeit gemacht. Der seit 2008 ablaufende Krisenprozess bildet nicht nur die globale Kulmination der partiellen Krisenerscheinungen in den letzten drei Jahrzehnten, sondern er unterscheidet sich auch von allen früheren konjunkturellen oder strukturellen Krisen.</p>
<p class="fliess-iv"> <span class="text_grau">&#8220;Innerer Selbstwiderspruch der Kapitalverwertung&#8221;</span><br />
Reif geworden ist damit ein säkularer innerer Selbstwiderspruch der Kapitalverwertung, der sich in zwei Stufen darstellen lässt. Zunächst hat die von der Konkurrenz erzwungene Produktivkraftentwicklung dazu geführt, dass der Anteil des Sachkapitals (Maschinen usw.) im Zuge der Verwissenschaftlichung der Produktion gegenüber dem Anteil der Arbeitskraft immer größer wurde. Um auch nur eine einzige kapitalproduktive Arbeitskraft anwenden zu können, musste ein stets wachsendes Sachaggregat mobilisiert werden (steigende Kapitalintensität). Damit wuchsen die toten Vorauskosten für die Kapitalverwertung in einem Maße an, dass sie immer weniger aus den laufenden Gewinnen finanziert werden konnten (Maschinen übertragen nur früher produzierten Wert und schaffen keinen Neuwert). Die Folge war eine historische Expansion des Kreditsystems auf allen Ebenen (Unternehmen, Staat, private Haushalte). Um aktuellen Mehrwert produzieren zu können, musste in stetig wachsendem Ausmaß auf zukünftigen Mehrwert in Form des Kredits vorgegriffen werden. Dieser Widerspruch war aushaltbar, solange die Kredite aus laufender realer Mehrwertproduktion bedient werden konnten.</p>
<p class="fliess-iv"> <span class="text_grau">&#8220;Dritte industrielle Revolution&#8221;</span><br />
Mit der dritten industriellen Revolution der Mikroelektronik seit Ende der 1970er Jahre erlosch jedoch dieser Kompensationsmechanismus; die realen Mehrwert produzierende Arbeitskraft wurde in neuer historischer Dimension sukzessive wegrationalisiert. Damit drohten die immer weiter in die Zukunft vorgreifenden Kreditketten zu reißen und rissen auch tatsächlich an immer mehr Stellen. Es ist kein Zufall, dass der Einsatz der dritten industriellen Revolution mit dem Beginn jener Serie von Finanz-, Wirtschafts- und Währungskrisen zusammenfällt, die heute ihre Kulmination erleben.</p>
<p class="fliess-iv"> <span class="text_grau">&#8220;Faul gewordener Kreditüberbau und Finanzblasen&#8221;</span><br />
Die sogenannte neoliberale Revolution war kein subjektives politisches Projekt, sondern eine Flucht nach vorn angesichts des objektiven Problems mangelnder realer Mehrwertproduktion. Was jetzt blauäugig als historischer Fehler ausgegeben wird, nämlich die umfassende Deregulierung der Finanzmärkte, war in Wirklichkeit die einzig mögliche Art und Weise, den Kollaps des Weltsystems hinauszuschieben. Die Kapitalverwertung virtualisierte sich in Gestalt eines nicht mehr von realer Wertsubstanz einholbaren &#8220;fiktiven Kapitals&#8221;; die Verschuldungs-Ökonomie mutierte zu einer Finanzblasen-Ökonomie (Aktien und Immobilien) mit immer abenteuerlicheren Derivaten. Dieser Zusammenhang entwickelte sich über mehr als zwei Jahrzehnte zu einer in der kapitalistischen Geschichte beispiellosen defizitären Realwirtschaft. Die Defizitkonjunktur ist deshalb so zu nennen, weil die Scheinverwertung nicht wie bei früheren kurzzeitigen Blasenbildungen im Finanzhimmel verblieb, sondern als substanzlose Kaufkraft für Konsum der Mittelschichten (bei fallenden Reallöhnen) ebenso wie für Investitionen in die selber nach kapitalistischen Kriterien irreal werdende Realwirtschaft eingespeist wurde und die globale Konjunktur befeuerte. Die Millionen von scheinbar realen Arbeitsplätzen in den einseitig ausgerichteten Exportindustrien sind eine optische Täuschung, weil der Absatz ihrer Produkte nicht auf realen Gewinnen und Löhnen beruht, sondern auf der Einspeisung aus dem faul gewordenen Kreditüberbau und aus den Finanzblasen.</p>
<p class="fliess-iv"> <span class="text_grau">&#8220;Verlagerung des Problems auf den Staatskredit&#8221;</span><br />
Schon die Geldschwemme der Notenbanken, die den Bruch mit der monetaristischen Doktrin des Neoliberalismus (Begrenzung der Geldmenge) vollzog, war eine verzweifelte Notmaßnahme. Die jüngste Verlagerung des Problems auf den Staatskredit löst das Problem erst recht nicht, sondern schiebt es nur bis zum erwartbaren neuerlichen Einbruch hinaus. Nirgendwo sind neue reale Verwertungspotentiale in Sicht, für die staatliche Konjunkturprogramme einen &#8220;Anschub&#8221; bilden könnten. So erweist sich der innere Zusammenhang von Finanz-, Wirtschafts- und Währungskrise als historische innere Schranke des Kapitals auf der Höhe der von ihm selbst erzeugten Produktivkraftentwicklung und Verwissenschaftlichung der Reproduktion. Der erreichte Grad der negativen (auf Wert und Konkurrenz beruhenden) Vergesellschaftung lässt sich nicht mehr in die kapitalistischen Kategorien einbannen.<!--/IV_ANTW_TEXT--></p>
<p><!--/IV_ANTW-->   <!--IV_FRAGE--></p>
<p class="fliess"><strong>Wie hoch sind nun ihrer Schätzung nach die Gefahren einer Inflation oder Deflation? </strong><!--IV_FRAGE_TEXT--><!--/IV_FRAGE_TEXT--></p>
<p><!--/IV_FRAGE-->   <!--IV_ANTW--></p>
<p class="fliess-iv"><span class="iv"><!--IV_ANTW_NAME-->Robert Kurz:<!--/IV_ANTW_NAME--></span> <!--IV_ANTW_TEXT--> <span class="link"> Inflation und Deflation</span> sind nur zwei verschiedene Formen der Entwertung von Aggregatzuständen des Kapitals. Strukturelle Massenarbeitslosigkeit, Prekarisierung und Billiglohn im Weltmaßstab als Folge der dritten industriellen Revolution brachten bereits eine deflationäre Entwertung der Ware Arbeitskraft, also des nach Marx &#8220;variablen&#8221; (allein Neuwert produzierenden) Kapitalbestandteils. Die Kehrseite war die Finanzblasen-Ökonomie, der Aufbau von substanzlosen und damit fiktiven Ansprüchen bzw. Guthaben als Vermögensinflation (asset inflation). Weil die globale Verkettung dieser Vermögensinflation sich über viele Währungsräume erstreckte, konnte sie sich längere Zeit halten, ohne in eine große Entwertung des Geldmediums selbst umzuschlagen. Das war allerdings im Endstadium der letzten Defizitkonjunktur absehbar, als die Inflationsraten in vielen Schwellenländern, auch in China, auf 20 Prozent zusteuerten und in den USA für Ende 2008 eine Rate von 6 bis 10 Prozent erwartet wurde. Im Grunde hätte die Kreation von substanzloser Kaufkraft durch die Finanzblasen trotz ihrer komplexen globalen Vermittlungswege letzten Endes zu demselben inflationären Resultat geführt wie das klassische Anwerfen der Notenpresse.</p>
<p class="fliess-iv"> <span class="text_grau">&#8221; Vermögensinflation schlug nicht in Geldinflation um, sondern in Vermögensdeflation&#8221;</span><br />
Dieses Szenario erledigte sich jedoch, als der Crash der Finanzmärkte auf einen Schlag Billionen von Dollars und Euros fiktiver Vermögenswerte verbrannte oder in Form von eigentlich wertlosen, aber mittels Staatsbürgschaften besicherten toxischen Papieren in den Banktresoren zurückließ, die bilanztechnisch ausgelagert wurden. Die Vermögensinflation schlug also nicht in eine Geldinflation um, sondern in eine Vermögensdeflation. Nachdem auf diese Weise der bisherige Mechanismus der Defizitkonjunktur abrupt zum Stehen gekommen war, hätte ein ebenso rapider Abbau der globalen Überkapazitäten in der Produktion (vor allem der <span class="link"> Autoindustrie</span>) folgen müssen, die nur aufgrund des Zustroms fiktiver Kaufkraft aus den Schulden- und Finanzblasen hatten aufgebaut werden können; also eine um sich greifende Entwertung von Sachkapital in den Fabriken (Produktionsmittel) und Warenkapital auf dem Markt (unverkäuflich werdende Waren), verbundenen mit einem weiteren Schub der Entwertung von Arbeitskraft (Massenentlassungen). Bis heute läuft zwar eine globale Pleitewelle, aber die Deflation von Sach- und Warenkapital konnte vorläufig abgebremst werden durch die kreditfinanzierten gigantischen Staatsprogramme. Sowohl im Finanzsektor als auch im Produktionssektor wurde also gegen die heiß geliebten Marktgesetze die berühmte &#8220;Marktbereinigung&#8221; verhindert, weil mangels neuer realer Verwertungspotentiale nach dieser &#8220;Bereinigung&#8221; nur noch eine ökonomische Wüste zurückbleiben würde.</p>
<p class="fliess-iv"> <span class="text_grau">&#8220;Unternehmen werden durch künstliche Beatmung am Leben erhalten&#8221;</span><br />
Die Schleifung der Überkapazitäten ist damit aber nur aufgeschoben; sie wird in absehbarer Zeit durch die Krise der Staatsfinanzen exekutiert. Alle Konjunkturprogramme und Beihilfen sind letztlich unproduktiver Staatskonsum, auch wenn damit vordergründig Unternehmen durch künstliche Beatmung am Leben erhalten werden. Der Staat müsste die Kredite für diesen Konsum aus der Abschöpfung (Besteuerung) der Gewinne und Löhne aus realer Mehrwertproduktion bedienen. Hier beißt sich die Katze in den Schwanz, denn das ganze Manöver ist ja nur nötig, weil letztere nicht mehr in ausreichendem Umfang stattfindet. Ultima ratio in solch auswegloser Situation ist eben das Anwerfen der Notenpresse, wie man es aus den Kriegswirtschaften kennt; jetzt aber zwecks künstlicher Lebensverlängerung der kapitalistischen Produktionsweise als solcher.</p>
<p class="fliess-iv"> <span class="text_grau">&#8220;Weichen gestellt für den Aufbau eines gewaltigen Inflationspotentials&#8221;</span><br />
Die Notenbanken haben bereits etliche Sicherheitsventile gekappt, indem sie teilweise gegen ihre eigenen Vorschriften toxische Papiere von den Banken als &#8220;Sicherheiten&#8221; akzeptieren oder potentiell wertlose Staatsanleihen von Kandidaten für den Staatsbankrott aufkaufen (EZB). Einerseits sind so die Weichen gestellt für den Aufbau eines gewaltigen Inflationspotentials, das heißt der Entwertung des kapitalistischen Selbstzweck-Mediums Geld, von dem alle Aggregatzustände des Kapitals ausgehen und in das sie wieder zurückverwandelt werden müssen. Da die Geldschwemme der staatlichen Rettungspakete und Konjunkturprogramme (im Unterschied zur Geldschwemme der Notenbanken für die transnationalen Finanzmärkte) direkt in die jeweiligen Währungsräume eingespeist wird, ist die Inkubationszeit für die Realisierung des inflationären Potentials viel kürzer als im Fall der transnationalen Finanzblasen-Ökonomie. Andererseits schreckt man eben deswegen davor zurück, die Notenpresse weiter anzuheizen. Die aktuelle relative Stabilisierung auf niedrigerem Niveau als in Zeiten der boomenden Defizitkonjunktur wird aber allein von den Staatsprogrammen getragen; angesichts der realen Verwertungslage müsste der Staat dauerhaft die Konjunktur subventionieren, und das ginge nur über die Notenpresse. Deshalb konterkarieren die Sparprogramme die Rettungsmaßnahmen.<br />
Dieses Dilemma wird seine Verlaufsform nehmen. Das Hü und Hott von sich wechselseitig ausschließenden Maßnahmen kann nicht dazu führen, dass sich Deflation und Inflation einfach aufheben und in Wohlgefallen auflösen. Da es sich bei Inflation (in Bezug auf Geld als solches) und Deflation (in Bezug auf Arbeitskraft, Geldvermögen, Sachkapital und Warenkapital) nur um verschiedene Formen der Entwertung von Elementen der kapitalistischen Reproduktion handelt, können sie im Prinzip auch gleichzeitig auftreten. Das wird umso mehr der Fall sein, wenn die Geld- und Wirtschaftspolitik von der Not getrieben zwischen gegensätzlichen Optionen hin- und herschwankt. Schon Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre gab es als erste Folge der mangelnden realen Verwertung eine Gleichzeitigkeit von deflationärer Stagnation und steigender Inflation (Stagflation). Das war ja gerade der Anlass für die neoliberale Revolution gewesen, die aber mittels jener deregulierten Finanzblasen-Ökonomie nur einen historischen Aufschub bewirkte. Jetzt kehrt das damalige Problem auf einer weitaus höheren Stufenleiter der inneren Widersprüche zurück. Möglich sind daher sowohl ein deflationärer oder inflationärer Schock, wenn eine der gegensätzlichen Optionen voll gefahren wird, als auch eine Periode der Stagflation mit wesentlich heftigeren Ausschlägen als vor 30 Jahren, wenn beide Optionen sich mit einander ausschließenden Maßnahmen in rascher Folge ablösen.</p>
<p class="fliess-iv"><strong>Kritiker des Neoliberalismus werfen bei der griechischen Haushaltskrise den deutschen Politikern vor, die Zusammenhänge falsch darzustellen, über die Sparauflagen des IWF das Konzept des Wohlfahrtsstaates zu strangulieren und überhaupt widersinnige Lösungsansätze zu verfolgen. Können Sie diesen Kritikern beipflichten oder geht Ihrer Meinung nach diese Beurteilung am Kern des Phänomens vorbei?</strong><!--/IV_FRAGE_TEXT--> <!--/IV_FRAGE-->   <!--IV_ANTW--></p>
<p class="fliess-iv"><span class="iv"><!--IV_ANTW_NAME-->Robert Kurz:<!--/IV_ANTW_NAME--></span> <!--IV_ANTW_TEXT--> Eine bloße Kritik des Neoliberalismus (wie bei Attac und großen Teilen der Linken) ist verkürzt, weil sie gar nicht zu den inneren Zusammenhängen der Krise vordringt, sondern lediglich eine falsche Wirtschaftspolitik sehen möchte. Verbunden damit ist die Hoffnung auf eine keynesianische Kehrtwende, die zurück zu einem &#8220;guten&#8221; Kapitalismus mit Arbeitsplatz-Investitionen und wohlfahrtsstaatlichen Gratifikationen führen soll. Das ist Traumtänzerei, die in der Tat am Kern des Problems vorbeigeht, weil sowohl die neoliberale als auch die keynesianische Doktrin die kapitalistische Produktionsweise, deren Kategorien und Kriterien, gleichermaßen blind voraussetzen. Unter den qualitativ neuen Krisenbedingungen ist aber die herrschende Produktionsweise selber das Problem. Der Keynesianismus kehrt nur als Krisen- und Notstandsverwaltung zurück, das heißt als Fortsetzung des Neoliberalismus mit anderen Mitteln. Dabei können sich die inneren Widersprüche nur verschärfen.</p>
<p class="fliess-iv"> <span class="text_grau">&#8221; Südeuropäische Länder wurden mit Hilfe des Euro niederkonkurriert&#8221;</span><br />
Richtig ist allerdings, dass nicht nur die deutschen Politiker die Zusammenhänge falsch darstellen und <span class="link"> widersinnige Lösungsansätze</span>  verfolgen; aber die eitle Hoffnung auf einen re-regulierten keynesianischen Wohlfahrtsstaat ist selber ein widersinniger Lösungsansatz. Denn worin besteht der Widersinn? Neben dem großen pazifischen gab es auch einen kleineren europäischen Defizitkreislauf, für den eigentlich der Euro konzipiert war; und zwar im deutschen Interesse. Die immensen deutschen Exportüberschüsse gingen und gehen zu mehr als 40 Prozent in die EU und insbesondere in den Euro-Raum. Diesen Überschüssen stehen die Handels- und Leistungsbilanzdefizite der anderen EU-Länder, insbesondere der südeuropäischen, gegenüber. Sie wurden mit Hilfe des Euro niederkonkurriert, da es keinen Ausgleich durch Abwertung der nationalen Währungen mehr gab. Nachdem überall die relativ schwache Reanimation der Defizitkonjunktur durch die Verlagerung des Problems von der Finanzblasen-Ökonomie auf den Staatskredit getragen wird, bilden nunmehr die Staatsdefizite der benachbarten europäischen Länder die Kehrseite eines Großteils der deutschen Exportkonjunktur.</p>
<p class="fliess-iv"> <span class="text_grau">Verkehrte Welt&#8221;</span><br />
Die deutschen Eliten wollen diesen Zusammenhang nicht wahrhaben und die vermeintlichen Exportvorteile nicht preisgeben. Dazu gehört neben der Währungsunion die Tatsache, dass sich die BRD nicht erst seit Hartz IV den größten Billiglohnsektor in Europa leistet und die Reallöhne hierzulande unter Beihilfe der still haltenden Gewerkschaften stärker gesunken sind als anderswo. Die stetig steigenden Exportüberschüsse auf diesen Grundlagen bewirkten eine relative Kapitalstärke der BRD. Jetzt aber sind die Geschäftsgrundlagen dieses Modells in Frage gestellt. Innerhalb der EU deutet sich ein Konflikt zwischen den Defizitländern und der BRD an. Auch im größeren Maßstab der transatlantischen Beziehungen haben sich die wirtschaftspolitischen Fronten verkehrt. Die USA als größtes Defizitland verlangen ebenso wie die Südeuropäer, dass die BRD jede Sparpolitik aufgibt und den Binnenkonsum ankurbelt, um die Ungleichgewichte abzubauen. Verkehrte Welt: Die ehemaligen Vorreiter des Neoliberalismus fordern nun eine diametral entgegengesetzte Wirtschaftspolitik und nehmen einen Part ein, den die deutschen Gewerkschaften sich nicht zutrauten. Das scheint den keynesianischen Hoffnungen entgegenzukommen, ist aber insofern widersinnig, als damit eben die inflationäre Option forciert würde. Wie das Direktorium des IWF liebäugeln die USA und Teile der EU mit einer vermeintlich &#8220;kontrollierten Inflation&#8221;, um das Dilemma zu bearbeiten; aber angesichts der ökonomischen Lage würde die Kontrolle schnell verloren gehen.</p>
<p class="fliess-iv"> <span class="text_grau">&#8220;Fadenscheinig begründeten Rücktritte hochrangiger politischer Funktionsträger&#8221;</span><br />
Der innere Widerspruch der europäischen Währungsunion hat sich bereits in der Weise zugespitzt, als eine neuerliche gigantische Rettungsaktion für die griechischen Staatsfinanzen nötig wurde, der weitere folgen könnten (Spanien, Portugal, Italien, Irland und Osteuropa). Das war keine edle Hilfe für Griechenland, sondern eine Stützungsaktion insbesondere für deutsche und französische Großbanken, die auf Hunderten Milliarden griechischer Staatsanleihen sitzen, deren Entwertung erneut eine Kernschmelze des Finanzsystems heraufbeschwören würde. Diese vorläufige Bilanzrettung hat denselben Charakter wie die Rettungspakete nach dem Platzen der Finanzblasen, jetzt auf der Ebene der Staatsfinanzen. Die Maßnahme bezieht sich allerdings nur auf das Problem der bereits verknusperten Staatsanleihen. Um die inflationäre Option zu vermeiden, wirft sich die BRD nun in die Pose des schwäbischen Hausvaters, der den unseriösen Griechen und anderen Defizitsündern die Leviten liest und sie zu halsbrecherischen Sparprogrammen zwingen will. Werden diese aber wirklich durchgeführt, müsste dies auch alsbald dem deutschen Exportwunder das Genick brechen. Das ist die andere Seite des Widersinns. Der deutsche Export-Chauvinismus steht auf tönernen Füßen, weil er eben auf den Defiziten der anderen beruht.</p>
<p class="fliess-iv"> <span class="text_grau">&#8221; Aussitzen der Probleme nach dem Muster Helmut Kohl nicht mehr möglich&#8221;</span><br />
Diesem Dilemma ist nicht zu entkommen. Insgeheim ist das den Eliten natürlich bewusst. Die fadenscheinig begründeten Rücktritte hochrangiger politischer Funktionsträger, zuletzt des deutschen Bundespräsidenten Köhler, sind ein Indiz dafür, dass es hinter den Kulissen des offiziellen Berufsoptimismus ziemlich heftig zur Sache geht. Das könnte sich in anderen Ländern wiederholen. Ein klassisches Aussitzen der Probleme nach dem Muster eines Helmut Kohl ist nicht mehr möglich. Deshalb jagen sich die gegensätzlichen Reparaturkonzepte, die immer noch den demoskopischen Wählerwillen im Auge haben müssen, solange es nicht zur Notstandsdiktatur kommt, und arten in eine allgemeine Prügelei aus. Die kapitalistische Produktionsweise kann nicht in Frage gestellt werden, und so ist man wie schon in der ersten Phase der Finanzkrise auf der Suche nach Schuldigen. Das Hauen und Stechen in der schwarzgelben Regierung ist nicht parteispezifisch, sondern würde sich angesichts der Problemlage in jeder beliebigen Koalition wiederholen. Kein Wunder, dass einige Kombattanten das Handtuch werfen.<!--/IV_ANTW_TEXT--></p>
<p><!--/IV_ANTW-->   <!--IV_FRAGE--></p>
<p class="fliess"><strong>Können Sie eine Einschätzung abgeben, wie es die nächste Zeit weitergehen wird? </strong><!--IV_FRAGE_TEXT--><!--/IV_FRAGE_TEXT--></p>
<p><!--/IV_FRAGE-->   <!--IV_ANTW--></p>
<p class="fliess-iv"><span class="iv"><!--IV_ANTW_NAME-->Robert Kurz:<!--/IV_ANTW_NAME--></span> <!--IV_ANTW_TEXT--> Da die geld- und wirtschaftspolitischen Maßnahmen in sich widersprüchlich sind, ist mit einer zweiten Welle der globalen Wirtschaftskrise innerhalb der nächsten Jahre zu rechnen. Diese könnte ihren Ausgangspunkt in der Zerreißprobe der europäischen Währungsunion nehmen. Der Form nach handelt es sich bei Fällen wie Griechenland um ein ähnliches Szenario, wie es Argentinien vor gut einem Jahrzehnt durchlaufen hat. Aber diese Krise war eben auf ein einzelnes Land beschränkt, das in der Weltwirtschaft kaum ins Gewicht fällt. Ganz anders verhält es sich mit den drohenden Staatsbankrotten innerhalb der Euro-Zone, da diese die gesamte Währungsunion in den Abgrund reißen können. Ein Zusammenbruch des europäischen Defizitkreislaufs träfe die deutsche Exportkonjunktur ins Mark, und damit ginge die bisherige Kapitalstärke der BRD verloren. Das würde nicht nur bedeuten, dass die bislang aufgeschobenen Großbankrotte und Massenentlassungen sich auch hierzulande realisieren. Vielmehr kämen dann auch die ja ebenfalls hoch verschuldeten deutschen Staatsfinanzen in eine ähnliche Lage wie jetzt die griechischen, wenn nach dem Einbruch der einseitigen Exporte die Bonität auf den Finanzmärkten flöten geht. Eine solche Entwicklung wäre nicht nur ein Desaster für den gesamten europäischen Raum, sondern angesichts des Gewichts Europas in der Weltwirtschaft auch für die globale Konjunktur.</p>
<p class="fliess-iv"> <span class="text_grau">&#8221; USA fordern von China eine Aufwertung der Währung&#8221;</span><br />
Nicht besser steht es allerdings mit dem großen pazifischen Defizitkreislauf zwischen <span class="link"> China</span>  und den USA. Dort hofft man beiderseits, dass der jeweils andere die Voraussetzungen für eine weitere Stabilisierung schafft. Die staatlichen Konjunkturprogramme und Beihilfen in den USA haben zwar den Einbruch des Konsums teilweise aufgefangen, ohne dass das Vorkrisen-Niveau wieder erreicht werden konnte; aber um den Preis, dass der außenfinanzierte Staatskredit an seine Grenzen stößt und die Finanzierung der Militärmaschine bzw. der Kriegseinsätze als Garant der Weltmachtposition perspektivisch in Frage gestellt ist. Die USA fordern von China eine längst überfällige Aufwertung der Währung des Überschusslandes und wie gegenüber der BRD eine kreditfinanzierte Stärkung des Binnenkonsums, um das Ungleichgewicht der Warenströme abzubauen und den eigenen Export zu stärken, der den flauen Binnenkonsum ausgleichen soll. In den meisten industriellen Sektoren haben die USA aber gar nicht die nötigen Exportkapazitäten, deren Aufbau hohe Investitionskosten verursachen würde. Überdies müssten dann die entsprechenden Kapazitäten in China abgebaut werden, denn dort haben US-Konzerne aufgrund des Kostenvorteils ebenso wie europäische und japanische Konzerne massiv investiert, um den eigenen Markt und Fremdmärkte zu beliefern.</p>
<p class="fliess-iv"> <span class="text_grau">&#8220;Investitionsruinen&#8221;</span><br />
Aber China seinerseits möchte seine Exportvorteile auf der Basis von Billiglohn und einer künstlich unterbewerteten Währung genauso wenig aufgeben wie die BRD die ihren, weil hier wie dort die gesamte Ökonomie auf einseitigen Export ausgerichtet ist. Ein Umschalten, das auf Jahre, wenn nicht Jahrzehnte angelegt wäre, würde aber schnell an Grenzen stoßen, weil die Ungleichgewichte und deren fragile Kreditfinanzierung ja gerade das Lebenselixier der Weltkonjunktur waren. Zwar hat China aus dem Fundus seiner riesigen Devisenreserven das größte staatliche Konjunkturprogramm aller Länder und Zeiten aufgelegt und seine Banken zu massiver Kreditvergabe gezwungen. Gerade deshalb kann es keine ernsthafte Währungskorrektur zulassen, weil diese seine aufgehäuften Devisenreserven massiv entwerten würde. Die chinesischen Konjunkturprogramme stärken nur indirekt den Binnenkonsum und nicht im erforderlichen Ausmaß, um allein die Weltkonjunktur ziehen zu können wie bisher der außenfinanzierte US-Konsum. Der größte Teil der Programme fließt in zusätzliche Infrastrukturen und Produktionskapazitäten, die allesamt darauf ausgerichtet sind, dass die einseitige Exportmaschine bald wieder anspringt. Ist das nicht der Fall, dann sitzt China auf gewaltigen Investitionsruinen mit entsprechenden Konsequenzen für das Finanzsystem. Überdies kann China nicht ein solches Programm durchhalten und gleichzeitig im bisherigen Ausmaß US-Staatsanleihen kaufen.</p>
<p class="fliess-iv"> <span class="text_grau">&#8220;Das unverwüstliche positive Denken strebt seinem nächsten Waterloo entgegen&#8221;</span><br />
Im pazifischen Raum wiederholt sich also im größeren Maßstab das europäische Dilemma. Beide Defizitkreisläufe gehen gegenwärtig nach dem Einbruch nur gebremst weiter und werden von den mühsam gepäppelten Binnenkonjunkturen auf Basis der Staatsprogramme flankiert. Laufen letztere aus, drohen sie zu kollabieren. Die zweite Welle der globalen Krise kann vom pazifischen Raum ebenso wie vom europäischen ausgehen oder von beiden zugleich. Alle aktuellen Erfolgsmeldungen sind nur Momentaufnahmen, die schon auf Jahre hinaus hochgerechnet werden - genau wie auf dem Höhepunkt der globalen Defizitkonjunktur zwischen 2007 und dem Sommer 2008. Dabei sind die prozentualen Erfolgszahlen des Wachstums und der Exporte noch fragwürdiger als damals, weil sie von einem wesentlich tieferen Ausgangsniveau nach dem Absturz der Weltkonjunktur ausgehen. Das unverwüstliche positive Denken strebt seinem nächsten Waterloo entgegen. Fraglich ist nur, welche Inkubationszeit die neue Widerspruchslage diesmal benötigt, um sich zu entladen. Ein Trost kann das nur für das marktwirtschaftliche Kurzzeitgedächtnis sein, dessen Horizont nicht weiter als die Nase seiner Träger reicht.</p>
<p><!--/IV_ANTW_TEXT--> <!--/IV_ANTW-->  <!--/IV--><a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32931/1.html" target="_blank"><em>Quelle: telepolis, 19. Juli 2010</em></a></p>
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		<title>24.07. Antira-Cup Luzern</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Jul 2010 19:40:32 +0000</pubDate>
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Bald geht die antirassistische Fussballsaison weiter: nachdem im Mai in  Solothurn bereits der 4. Antira-Cup Soletta durchgeführt wurde, findet  am 24. Juli in Luzern der 2. Antira-Cup Luzerna statt (es hat  noch freie Plätze und bereits über 20 angemeldete Teams!). Anmeldung unter luzern[at]antiracup.ch
Samstag, 24.07. ab 11 Uhr auf den Fussballfeldern der Kanti Alpenquai [...]]]></description>
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<p>Bald geht die antirassistische Fussballsaison weiter: nachdem im Mai in  Solothurn bereits der 4. Antira-Cup Soletta durchgeführt wurde, findet  am 24. Juli in Luzern der <strong>2. Antira-Cup Luzerna</strong> statt (es hat  noch freie Plätze und bereits über 20 angemeldete Teams!). Anmeldung unter luzern[at]antiracup.ch</p>
<p>Samstag, 24.07. ab 11 Uhr auf den Fussballfeldern der Kanti Alpenquai Luzern.</p>
<p>Fürs leibliche Wohl wird unsere liebe FoodFront sorgen, fürs musikalische wohl TS Kaixo.</p>
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		<title>Hi Monday, 19.7.</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Jul 2010 10:26:17 +0000</pubDate>
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