Was früher ein Denunziant war, ist heute ein Korrespondent

Jan 24th, 2010 | By bitxidenda | Category: blacklisted, infos, lucerne, media, politix, society

Was früher ein Denunziant war, ist heute ein Korrespondent

Und wie die City-Vereinigung ihren Umsatz senkte.

In der Berichterstattung der Zentralschweiz am Sonntag wird alles Inhaltliche ausgeblendent und das Hauptaugenmerk gilt dem Ausbleiben der Gewalt, welche von den bürgerlichen Parteien heraufbeschworen wurde. Hauptthema ist also etwas, das eben gerade nicht stattgefunden hat.

Gleichzeitig dient ihnen der neue Stadtluzerner SVP-Präsident als Korrespondent der ganz im Stil von Denunzianten und Blockwarten Buch führte, wer alles an dieser Demonstration gesichtet wurde. Dass es Medien gibt, die sich dazu erniedrigen in diesem Spiel mitspielen, erinnert an die Zeiten des selbsternannten „Subversivenjägers“ Ernst Cincera, aber sicher nicht an eine demokratische, freie Gesellschaft, in der jemand unabhängig von seiner Verwandtschaft seine Meinung äussern darf. Denn gleichzeitig, wie diese Daniel Schriber und Guido Felder dem rechten Denunziantentum als Steigbügelhalter dienen, mokieren sie sich darüber, dass sich einige Leute vermummen. Die JUSO Luzern erwartet von Demonstrationsteilnehmern, dass sie mit offenem Gesicht zu ihrer Meinung stehen. Aber wir bringen für die Vermummung ein gewisses Mass an Verständnis auf, wenn jede Privatperson nachher die Gefahr läuft durch die Medien geschleift zu werden, weil die vier Hilfsheriffs, aus welchen die Pseudoorganisation Pro Luzern besteht, es gerade für wichtig halten.

Den Gipfel der Ironie erreicht die Berichterstattung jedoch dann, wenn sie die Demonstration als Grund für die Umsatzeinbussen eruiert. Wer warnte vor Kriegszuständen, wer versetzte die Bevölkerung in Angst und Schrecken und wer hat die Läden geschlossen? Ja genau, jene Leute welche jetzt die Schuld den Demonstranten in die Schuhe schieben wollten. Selbstverständlich kommen weniger Leute in die Altstadt wenn ihnen zuvor tagelang von den Gewerbetreibenden erzählt wurde, dass dies wegen Gewaltexzessen gar nicht möglich sein wird und selbstverständlich ist der Umsatz in der Tendenz sinken, wenn der Laden geschlossen ist.

Gleichzeitig muss aber auch betont werden, dass einzelne Medien sich durchaus um die Darstellung der Fakten und Anliegen bemühten. Und wir freuen uns auch weiterhin auf diesen Dialog. Denn es kann nicht sein, dass die Verursacher der Krise weiterhin die Zeitungsseiten mit zahmen Interviews füllen, während die Inhalte der Opposition welche seit Jahrzehnten gegen deren undemokratisches und kriminelles Gebaren protestiert auf „einige Vermummte“ reduziert wird.

[Medienmitteilung JUSO Luzern, 24.01.201]

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